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Weihnachten ist in der von Atheismus und Scheidung geprägten Familie Futh ein sehr zwiespältiges Fest, das vielmehr durch Kommerz als durch christliche Tradition besticht. Betritt man in der Adventszeit unsere Wohnung, erinnert eigentlich nichts an die Vorweihnachtszeit bis auf ein spärlicher Adventskranz mit einer Kerze und die noch auf Kinderbedürfnisse begründeten Adventskalender, von denen ich mich nicht so recht trennen mag.
Da uns die bösen Kalorien in der Vorweihnachtszeit sowieso schon genug Kummer bereiten, wird lieber auch auf das Plätzchenbacken verzichtet. Die kapitalistischen Facetten der Adventszeit sind mir dagegen herzlich willkommen, denn auf den ein oder anderen Glühwein mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt will man doch nicht verzichten.
Mit den Geschenken beläuft es sich auch eher untraditionell. Das hektische Durchrennen der Geschäfte auf den letzter Drücker ist mir ein Unbekanntes. Meist hab ich bereits im November viele Geschenke zusammen und bis Mitte Dezember ist diese Aufgabe auf jeden Fall pflichtgemäß erfüllt. Traditionell werden die Geschenke nur auf den letzten Drücker mit liebevoll auf jedes Familienmitglied abgestimmtem Geschenkpapier eingepackt.
Kurz vor Weihnachten kommen dann aber doch Ansätze von Traditionen zum Vorschein. Dann begibt sich die gesamte Familie zum gemeinsamen Weihnachtsbaumschlagen. Auch das Schmücken des Weihnachtsbaums ist dem Morgen des Heiligabends vorbehalten.
Aber dann ist es auch mit Traditionen genug. Am Heiligabend sitzt die Familie nach dem alljährlichen Zusammenkommen der gesamten Verwandtschaft, das natürlich dem Kirchen-Besuch schon immer vorgezogen wurde, schließlich nach dem traditionellen Essen am Weihnachtsbaum, freut sich über ein paar freie Tage im Kreis der Familie und über liebevolle Geschenke. Damit es auch so richtig weihnachtlich wird, gibt es dann Rock-Musik, statt leiernde Weihnachtslieder. Und das, obwohl meine Oma zu unserer Freude seit neustem den Heiligabend bei uns verbringt und wir es somit zumindest schaffen durch vier Personen wie eine kleine normale Familie zu wirken.
Das ist dann auch der schönste Aspekt von Weihnachten für mich. Man sitzt im engsten Kreis der Familie zusammen, hat einfach mal Zeit zu entspannen, sich zu unterhalten und freut sich jedes Jahr erneut darüber geliebten Menschen eine Freude gemacht zu haben.
Wenn man schon in der Adventszeit das hektische Gerenne durch die Geschäfte missen muss, ist das schließlich noch den Weihnachtstagen vorbehalten. Da geht es von einem Verwandten zum anderen und schließlich noch zum anderen Elternteil, um dort die eine letzte Tradition auszuführen: Das alljährliche Würfeln, bei dem nur bei einer 6 erlaubt ist, ein Geschenk aus dem Weihnachtssack zu ziehen.
Also: Auf die Sechsen und ein frohes Weihnachten!


Alle Rechte am Text liegen bei der Autorin.

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