Montag, den 09. März 2009 um 22:00 Uhr
Interview: Stephan Russbült
Stephan, erst einmal bitte ich dich um eine kurze Vorstellung für unsere Leser. Wer ist und was macht Stephan Russbült?
Wer bin ich und was mache ich? Eine schnell gestellte Frage, die bei weitem nicht so einfach zu beantworten ist. Um Mal mit den Rahmendaten anzufangen: Ich bin 42 Jahr alt, habe Kaufmann gelernt und mein größtes Hobby, neben den zwei Kindern und meiner Frau ist das Rollenspiel (D&D, Call of Cthulhu). Unter den ganzen norddeutschen Hünen wirke ich eher wie der letzte Schrumpfgermane und mein Gewicht hält sich die Waage mit fünf Kisten Flensburger Bier. Zur Zeit arbeite ich als Einkäufer in der Windenergiebranche.
Wie bist du zum Schreiben gekommen – gab es einen Punkt, wo du sagtest „So, nun schreibe ich eine lange Geschichte!“?
Den Wunsch ein Buch zu schreiben haben vermutlich viele Menschen im Laufe ihres Lebens irgendwann. In mir schlummerte dieser Wunsch, seitdem ich angefangen habe Rollenspiele zu mastern – das war vor rund 25 Jahren. Über den Gedanken bin ich aber nie hinausgekommen, obwohl die Abenteuer, die ich ausgearbeitet habe schon fast den Umfang eines Romanes hatten. Irgendwann las ich dann im Internet, daß es schier unmöglich sei für einen „neuen Autor“ einen Verlag zu finden, der das Werk veröffentlichen will. Genauer gesagt hieß es: „Man solle lieber Lottospielen als ein Buch schreiben.“ Diese Chance konnte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. So entstanden "Die Oger".
Du liest selbst sehr gerne Fantasy, schreibst du auf deiner Homepage. Gibt es Werke, die dich besonders faszinieren?
Natürlich, das hat sicherlich jeder, der gerne liest. Zu Beginn meiner Lesekarriere haben mich besonders, Poul Andersons "Das geborstene Schwert" und von Tanith Lee "Volkhavaar der Magier" begeistert. Mittlerweile habe ich mich jetzt auch schon an dickere Bücher und längere Serien herangewagt. Besonders beeindruckend finde ich „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R.Martin.
Deine Büchersammlung umfasst 1 800 Romane heißt es weiterhin. Respekt! Welche Genres außer Phantastik schlummern denn noch in dieser Schatzkammer?
Äh, ja - keine. Die Sammlung umfaßt nur Fantasy-Romane. Aus Platzmangel mußte ich aufhören alle Bücher zu sammeln. Alles andere, was ich lese, leihe ich mir nur aus – mit Ausnahme des Brockhaus und etwas Fachliteratur. Aber wenn die Frage daraufhin abzielt, was ich sonst noch so lese, kann ich noch mit John Grisham, Umberto Eco und einigen anderen Klassikern aufwarten. Ich muß allerdings einräumen, daß seitdem ich schreibe, das Lesen etwas zu kurz kommt. Ich habe mir jetzt extra einen neuen MP3 Player geleistet und mich bei Audible angemeldet. (Ich hoffe, das ist keine Schleichwerbung). Da ich jeden Tag einen Stunde zur Arbeit fahre und wieder eine zurück, sind Hörbücher echt optimal. Das Lesen am Lenkrad hat sich als nicht sonderlich ergiebig erwiesen – macht langweilige Bücher zwar aufregend – liegt aber weniger am Inhalt als mehr am Gegenverkehr.
Du spielst ja sehr gerne Rollenspiele wie D&D. Hast du dir das Spiel „Drakensang“ einmal angesehen? Wenn ja, was hältst du von der Adaption?
Ich war in Münster auf der Rollenspielmesse und war begeistert. Danach habe ich mir das Spiel sofort geholt. Von der Grafik und der Aufmachung her ist es wirklich einwandfrei. Leider gibt es wieder so einige Dinge, die mich aber an allen Rollenspielen auf dem Computer nerven: Man hat nicht die volle Entscheidung wie im wahren Leben. Man ist immer an die vorgegebenen Restriktionen der Macher gebunden – die manchmal eher peinlich als logisch sind. Warum kann mein Held, der vorher einen Drachen getötet, die Prinzessin befreit, ein ganzes Heer befehligt, unermeßlich reich ist und vor Magie nur so strotzt, nicht über ein Gatter klettern? PC-Rollenspiele machen mir natürlich Spaß, doch eine D&D-Runde ziehe ich jederzeit vor. Ich klettere eben gern über Gatter – besonders, wenn ich gerade zuvor eine Prinzessin getötet und mich mit einem Drachen verlobt habe.
Wie bist du auf die Idee gekommen ein Fantasybuch über die groben und oftmals als dumm bezeichnenden Oger zu schreiben?
Eben gerade wegen den Prinzessinnen und den Drachen. Ich finde es gut, wenn Helden nicht genau das tun, was man von ihnen erwartet. Wer bot sich das besser an als die dicken, faulen, ewig verfressenen und stark unterbelichteten Oger? Inspiriert wurde ich natürlich von den ersten Werken dieser Reihe, wie "die Orks" und "die Zwerge". Als Rollenspielleiter habe ich diese großen Krieger schätzen gelernt. Sie sind wirklich universell einzusetzen. Man kann sie überlisten, vor ihnen weglaufen oder gegen sie kämpfen ganz wie es einem paßt – man sollte nur gut genug in dem sein, für das man sich entscheidet. Antihelden sind unberechenbar !
Wird es drei Oger-Bücher insgesamt geben oder besteht Aussicht auf eine Fortsetzung der Reihe?
Die Oger-Romane werden eine Trilogie sein. Ob sich später vielleicht noch einmal eine andere Geschichte über Oger Platz verschafft, steht in den Sternen. Aber Mogda und seine Kameraden wird es nur in diesen drei Büchern geben.
Wie lange dauert es, einen Roman wie die Oger zu schreiben?
Für mich, der voll berufstätig ist und sich auch ab und an um Frau und Kinder kümmern will – 1 Jahr. Ich schreibe ohne viel Streß. Ich habe ein Pensum, das ich pro Woche schaffen kann und daran halte ich mich auch … es sei denn, es kommt was dazwischen :-)
Meine Planung sieht so aus, daß ich mindestens ein fertiges Manuskript pro Jahr abliefern will.
Kriegst du irgendwas vom Verlag vielleicht vorgegeben – beispielsweise, dass ein offenes Ende in Band X nicht schlecht wäre – oder arbeitest du absolut frei?
Bis jetzt habe ich noch keine Vorgaben bekommen. Bastei-Lübbe läßt mir da bis jetzt freie Hand. Auch vom Inhalt der fertigen Manuskripte wurde kaum etwas verändert. Es gab schließlich genügend handwerkliches an meinen Schreibstil zu verbessern.
Inzwischen gibt es ja eine wahre Fantasywelle mit Büchern, die sich rund um die Fantasyvölker drehen. „Die Orks“, „Die Trolle“, „Die Zwerge“, „Die Elfen“ usw. Was zeichnet deiner Meinung nach dein Werk gerade aus und wieso sollten die Leser den Ogern eine Chance geben?
Ah, das hier ist die Stelle für ein bißchen Eigenlob, nicht wahr? Was soll ich dazu schon sagen, jedes dieses Bücher hat eine besondere Art an sich. Jeder Geschmack ist verschieden und was der Eine mag, findet der Andere schrecklich. Die Oger zeichnen sich dadurch aus, daß sich Humor, Brutalität und Spannung abwechseln. Ich habe viel Wert darauf gelegt, den Charakteren Leben einzuhauchen und die Dialoge zwischen ihnen gleichfalls lustig wie auch handlungsvorantreibend zu gestalten. Ich glaube, daß jedes der drei Bücher unterhaltsam und spannend ist. Die Geschichte der Oger läuft über alle drei Bücher und keines ist als Zusatzwerk einfach nur angeflickt worden. Alles, was beschrieben wird, ist aus der Sicht eines Ogers, mit all seinen Zweifeln, vorgefaßten Meinungen und fast unerschöpflichem Halbwissen. Sie stellen alles in Frage, was man nicht essen oder töten kann. Und das Beste an dem Buch ist, es heißt „Die Oger“ und es handelt auch über Oger.
Mal ehrlich, die erwähnte Welle der „Die-“Bücher muss doch auch Reaktionen hervorrufen, die besagen: Nicht schon wieder so ein Buch! Hast du so etwas schon einmal erlebt und wie begegnest du diesen Meinungen?
Mit nackter Gewalt! Nein, ist nur Spaß. Natürlich gibt es viele, die sagen, „alles nur aufgewärmt und nachgemacht. Da will jemand auf der Erfolgswelle mitschwimmen.“ Das stimmt vielleicht zum Teil, aber wo sollte ein junger Autor einsteigen, wenn nicht im Trend. Die Völker Romane sind für mich nichts anderes als Fantasy-Geschichten aus der Sicht von anderen Völkern. Im Grunde genommen hätte man jeden Roman, der über Menschen handelt – und von denen soll es ja auch ein paar geben - „Die Menschen 1,2,3“ nennen können. Die Geschichten, die Orte und die Charaktere sind bei jedem "Die .." Roman anders. Es ist nicht immer wieder aufgekocht. Es ist immer eine ganz neue Story, die Überraschung, Spannung, Witz, immer wieder neu und anders entdeckt. Keiner dieser Romane, und ich habe sie fast alle, ähnelt dem anderen. Alles, was sie miteinander verbindet, ist die Tatsache, daß Tolkien diese Völker schon einmal vorher erwähnt hat und daß die Cover aufeinander abgestimmt sind. Ein Roman, der gut geschrieben ist und den Leser fesselt, bleibt gut, egal welchem Trend er folgt. Ich beschwere mich auch nicht, daß im tausendsten Krimi wieder einmal der Mörder von der Polizei gefaßt wurde. Wenn ich diese Einstellung habe, sollte ich besser etwas anderes lesen. Fantasy-Romane handeln von fremden Völkern, fremden Welten, Fabelwesen und Magie. Wem das nicht gefällt, der sollte zu „Die Muschelsucher“, greifen. (Oh - ist das vielleicht auch einer aus der "Die.." Serie?)
Bekommst du als Autor auch viel direktes Feedback von den Lesern?
Ich glaube schon. Ich habe natürlich drei Testleser, die kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn es darum geht mir einen Spiegel vorzuhalten. Auch im wahren Leben entgeht man nicht dem Einen oder Anderen, der die Bücher schon gelesen hat. Und zu guter Letzt, gibt es auch noch meine Mail-Adresse, die häufig genutzt wird. Jeder, der mir schreiben will, wie toll er meine Bücher findet, kann dies auf meiner Homepage tun. Alle, die was auszusetzen haben, bitte ich auf meine Mailbox zu sprechen 0177-Endloschleife für 0,49 Ct/Min.
Arbeitest du zur Zeit an einem neuen Projekt?
Ja, um es genau zu sagen an drei Projekten, wovon aber nur zwei bis jetzt auch abgesegnet wurden. Es brennt mir auf der Seele darüber zu sprechen, doch leider sind alle Projekte noch geheim. Leider haben alle Projekte noch die Arbeitstitel, deren Namen aber schon zu viel verraten würden.
Wer bin ich und was mache ich? Eine schnell gestellte Frage, die bei weitem nicht so einfach zu beantworten ist. Um Mal mit den Rahmendaten anzufangen: Ich bin 42 Jahr alt, habe Kaufmann gelernt und mein größtes Hobby, neben den zwei Kindern und meiner Frau ist das Rollenspiel (D&D, Call of Cthulhu). Unter den ganzen norddeutschen Hünen wirke ich eher wie der letzte Schrumpfgermane und mein Gewicht hält sich die Waage mit fünf Kisten Flensburger Bier. Zur Zeit arbeite ich als Einkäufer in der Windenergiebranche.
Wie bist du zum Schreiben gekommen – gab es einen Punkt, wo du sagtest „So, nun schreibe ich eine lange Geschichte!“?
Den Wunsch ein Buch zu schreiben haben vermutlich viele Menschen im Laufe ihres Lebens irgendwann. In mir schlummerte dieser Wunsch, seitdem ich angefangen habe Rollenspiele zu mastern – das war vor rund 25 Jahren. Über den Gedanken bin ich aber nie hinausgekommen, obwohl die Abenteuer, die ich ausgearbeitet habe schon fast den Umfang eines Romanes hatten. Irgendwann las ich dann im Internet, daß es schier unmöglich sei für einen „neuen Autor“ einen Verlag zu finden, der das Werk veröffentlichen will. Genauer gesagt hieß es: „Man solle lieber Lottospielen als ein Buch schreiben.“ Diese Chance konnte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. So entstanden "Die Oger".Du liest selbst sehr gerne Fantasy, schreibst du auf deiner Homepage. Gibt es Werke, die dich besonders faszinieren?
Natürlich, das hat sicherlich jeder, der gerne liest. Zu Beginn meiner Lesekarriere haben mich besonders, Poul Andersons "Das geborstene Schwert" und von Tanith Lee "Volkhavaar der Magier" begeistert. Mittlerweile habe ich mich jetzt auch schon an dickere Bücher und längere Serien herangewagt. Besonders beeindruckend finde ich „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R.Martin.
Deine Büchersammlung umfasst 1 800 Romane heißt es weiterhin. Respekt! Welche Genres außer Phantastik schlummern denn noch in dieser Schatzkammer?
Äh, ja - keine. Die Sammlung umfaßt nur Fantasy-Romane. Aus Platzmangel mußte ich aufhören alle Bücher zu sammeln. Alles andere, was ich lese, leihe ich mir nur aus – mit Ausnahme des Brockhaus und etwas Fachliteratur. Aber wenn die Frage daraufhin abzielt, was ich sonst noch so lese, kann ich noch mit John Grisham, Umberto Eco und einigen anderen Klassikern aufwarten. Ich muß allerdings einräumen, daß seitdem ich schreibe, das Lesen etwas zu kurz kommt. Ich habe mir jetzt extra einen neuen MP3 Player geleistet und mich bei Audible angemeldet. (Ich hoffe, das ist keine Schleichwerbung). Da ich jeden Tag einen Stunde zur Arbeit fahre und wieder eine zurück, sind Hörbücher echt optimal. Das Lesen am Lenkrad hat sich als nicht sonderlich ergiebig erwiesen – macht langweilige Bücher zwar aufregend – liegt aber weniger am Inhalt als mehr am Gegenverkehr.
Du spielst ja sehr gerne Rollenspiele wie D&D. Hast du dir das Spiel „Drakensang“ einmal angesehen? Wenn ja, was hältst du von der Adaption?
Ich war in Münster auf der Rollenspielmesse und war begeistert. Danach habe ich mir das Spiel sofort geholt. Von der Grafik und der Aufmachung her ist es wirklich einwandfrei. Leider gibt es wieder so einige Dinge, die mich aber an allen Rollenspielen auf dem Computer nerven: Man hat nicht die volle Entscheidung wie im wahren Leben. Man ist immer an die vorgegebenen Restriktionen der Macher gebunden – die manchmal eher peinlich als logisch sind. Warum kann mein Held, der vorher einen Drachen getötet, die Prinzessin befreit, ein ganzes Heer befehligt, unermeßlich reich ist und vor Magie nur so strotzt, nicht über ein Gatter klettern? PC-Rollenspiele machen mir natürlich Spaß, doch eine D&D-Runde ziehe ich jederzeit vor. Ich klettere eben gern über Gatter – besonders, wenn ich gerade zuvor eine Prinzessin getötet und mich mit einem Drachen verlobt habe.
Wie bist du auf die Idee gekommen ein Fantasybuch über die groben und oftmals als dumm bezeichnenden Oger zu schreiben?Eben gerade wegen den Prinzessinnen und den Drachen. Ich finde es gut, wenn Helden nicht genau das tun, was man von ihnen erwartet. Wer bot sich das besser an als die dicken, faulen, ewig verfressenen und stark unterbelichteten Oger? Inspiriert wurde ich natürlich von den ersten Werken dieser Reihe, wie "die Orks" und "die Zwerge". Als Rollenspielleiter habe ich diese großen Krieger schätzen gelernt. Sie sind wirklich universell einzusetzen. Man kann sie überlisten, vor ihnen weglaufen oder gegen sie kämpfen ganz wie es einem paßt – man sollte nur gut genug in dem sein, für das man sich entscheidet. Antihelden sind unberechenbar !
Wird es drei Oger-Bücher insgesamt geben oder besteht Aussicht auf eine Fortsetzung der Reihe?
Die Oger-Romane werden eine Trilogie sein. Ob sich später vielleicht noch einmal eine andere Geschichte über Oger Platz verschafft, steht in den Sternen. Aber Mogda und seine Kameraden wird es nur in diesen drei Büchern geben.
Wie lange dauert es, einen Roman wie die Oger zu schreiben?
Für mich, der voll berufstätig ist und sich auch ab und an um Frau und Kinder kümmern will – 1 Jahr. Ich schreibe ohne viel Streß. Ich habe ein Pensum, das ich pro Woche schaffen kann und daran halte ich mich auch … es sei denn, es kommt was dazwischen :-)
Meine Planung sieht so aus, daß ich mindestens ein fertiges Manuskript pro Jahr abliefern will.
Kriegst du irgendwas vom Verlag vielleicht vorgegeben – beispielsweise, dass ein offenes Ende in Band X nicht schlecht wäre – oder arbeitest du absolut frei?
Bis jetzt habe ich noch keine Vorgaben bekommen. Bastei-Lübbe läßt mir da bis jetzt freie Hand. Auch vom Inhalt der fertigen Manuskripte wurde kaum etwas verändert. Es gab schließlich genügend handwerkliches an meinen Schreibstil zu verbessern.
Inzwischen gibt es ja eine wahre Fantasywelle mit Büchern, die sich rund um die Fantasyvölker drehen. „Die Orks“, „Die Trolle“, „Die Zwerge“, „Die Elfen“ usw. Was zeichnet deiner Meinung nach dein Werk gerade aus und wieso sollten die Leser den Ogern eine Chance geben?
Ah, das hier ist die Stelle für ein bißchen Eigenlob, nicht wahr? Was soll ich dazu schon sagen, jedes dieses Bücher hat eine besondere Art an sich. Jeder Geschmack ist verschieden und was der Eine mag, findet der Andere schrecklich. Die Oger zeichnen sich dadurch aus, daß sich Humor, Brutalität und Spannung abwechseln. Ich habe viel Wert darauf gelegt, den Charakteren Leben einzuhauchen und die Dialoge zwischen ihnen gleichfalls lustig wie auch handlungsvorantreibend zu gestalten. Ich glaube, daß jedes der drei Bücher unterhaltsam und spannend ist. Die Geschichte der Oger läuft über alle drei Bücher und keines ist als Zusatzwerk einfach nur angeflickt worden. Alles, was beschrieben wird, ist aus der Sicht eines Ogers, mit all seinen Zweifeln, vorgefaßten Meinungen und fast unerschöpflichem Halbwissen. Sie stellen alles in Frage, was man nicht essen oder töten kann. Und das Beste an dem Buch ist, es heißt „Die Oger“ und es handelt auch über Oger.
Mal ehrlich, die erwähnte Welle der „Die-“Bücher muss doch auch Reaktionen hervorrufen, die besagen: Nicht schon wieder so ein Buch! Hast du so etwas schon einmal erlebt und wie begegnest du diesen Meinungen?
Mit nackter Gewalt! Nein, ist nur Spaß. Natürlich gibt es viele, die sagen, „alles nur aufgewärmt und nachgemacht. Da will jemand auf der Erfolgswelle mitschwimmen.“ Das stimmt vielleicht zum Teil, aber wo sollte ein junger Autor einsteigen, wenn nicht im Trend. Die Völker Romane sind für mich nichts anderes als Fantasy-Geschichten aus der Sicht von anderen Völkern. Im Grunde genommen hätte man jeden Roman, der über Menschen handelt – und von denen soll es ja auch ein paar geben - „Die Menschen 1,2,3“ nennen können. Die Geschichten, die Orte und die Charaktere sind bei jedem "Die .." Roman anders. Es ist nicht immer wieder aufgekocht. Es ist immer eine ganz neue Story, die Überraschung, Spannung, Witz, immer wieder neu und anders entdeckt. Keiner dieser Romane, und ich habe sie fast alle, ähnelt dem anderen. Alles, was sie miteinander verbindet, ist die Tatsache, daß Tolkien diese Völker schon einmal vorher erwähnt hat und daß die Cover aufeinander abgestimmt sind. Ein Roman, der gut geschrieben ist und den Leser fesselt, bleibt gut, egal welchem Trend er folgt. Ich beschwere mich auch nicht, daß im tausendsten Krimi wieder einmal der Mörder von der Polizei gefaßt wurde. Wenn ich diese Einstellung habe, sollte ich besser etwas anderes lesen. Fantasy-Romane handeln von fremden Völkern, fremden Welten, Fabelwesen und Magie. Wem das nicht gefällt, der sollte zu „Die Muschelsucher“, greifen. (Oh - ist das vielleicht auch einer aus der "Die.." Serie?)
Bekommst du als Autor auch viel direktes Feedback von den Lesern?
Ich glaube schon. Ich habe natürlich drei Testleser, die kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn es darum geht mir einen Spiegel vorzuhalten. Auch im wahren Leben entgeht man nicht dem Einen oder Anderen, der die Bücher schon gelesen hat. Und zu guter Letzt, gibt es auch noch meine Mail-Adresse, die häufig genutzt wird. Jeder, der mir schreiben will, wie toll er meine Bücher findet, kann dies auf meiner Homepage tun. Alle, die was auszusetzen haben, bitte ich auf meine Mailbox zu sprechen 0177-Endloschleife für 0,49 Ct/Min.
Arbeitest du zur Zeit an einem neuen Projekt?Ja, um es genau zu sagen an drei Projekten, wovon aber nur zwei bis jetzt auch abgesegnet wurden. Es brennt mir auf der Seele darüber zu sprechen, doch leider sind alle Projekte noch geheim. Leider haben alle Projekte noch die Arbeitstitel, deren Namen aber schon zu viel verraten würden.
Wo kann man Stephan Russbült in diesem Jahr „live“ erleben? (Lesungen, Buchmessen etc.)
Stephan Russbült: Ich treibe mich eher inoffiziell auf den vielen Rollenspiel-Conventions herum. Auf der Frankfurter Buchmesser werde ich aber in jedem Fall sein. Da soll es wieder einen von diesen furchtbar witzigen, spannenden und unterhaltsamen Oger-Romanen geben. :-)
Stephan, ich danke für dieses Interview!
Ich habe zu danken
Dieses Interview führte David Richter für Legimus. Alle Rechte vorbehalten.



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