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Interview mit Kathrin Berger von Lovelybooks



Frau Berger, Lovelybooks ist inzwischen zu einer großen Community angewachsen. Wie kam es zu der Idee, eine solche Seite zu gründen? War es vielleicht das eigene Bedürfnis, die Leidenschaft Bücher mit anderen zu teilen?

Die Idee geht auf das Jahr 2005 zurück, als meine Kollegen Sandra Dittert und Lothar Kleiner bei einem USA Aufenthalt im Silicon Valley viel über Web 2.0 Perspektiven diskutiert haben. Angeregt von Diskussionen haben wir die Idee konkretisiert, eine Buchcommunity in Deutschland zu gründen. Darüber hinaus haben wir natürlich alle auch ein großes persönliches Interesse, die Leidenschaft für Bücher und Literatur mit anderen zu teilen –  denn Lesen verbindet!

Das System von Lovelybooks ist recht einfach. Macht das gerade den Erfolg der Seite aus?

Ich denke schon – zunächst folgt Lovelybooks ja einem ganz einfach Schema: Ich lese ein Buch und möchte mich anschließend mit anderen Lesern darüber austauschen. Und noch besser: Ich kann neue Leute kennenlernen, die sich für die gleiche Lektüre interessieren und so neue Empfehlungen erhalten.
Meiner Meinung nach gibt es aber noch einen anderen großen Erfolgsfaktor: Menschen, die lesen, sind sympathisch – und auf der Plattform herrscht deshalb eine wirklich sehr persönliche und freundliche Atmosphäre unter allen Mitgliedern. Zudem bemüht sich auch unser kleines Team, alle Anfragen und Probleme stets ernst zu nehmen und zu beantworten.

Die Mitglieder des Teams von Lovelybooks sind selbst noch recht jung. Würden Sie sagen, dass diese Tatsache es einfacher macht, eine solche Community zu leiten?

Einen gewissen Vorteil stellt das natürlich schon dar. Wir kennen uns alle sehr gut im Internet aus und probieren gerne alle neuen Trends im Web aus.
Wir möchten aber, dass sich bei Lovelybooks alle Leser wohlfühlen – egal welches Alter sie haben. Das versuchen wir auch bei der Ansprache unserer Mitglieder zu berücksichtigen. Bei Lovelybooks sind nicht nur junge Bücherfans aktiv, wir haben auch viele ältere Mitglieder, die bei uns endlich eine Plattform gefunden haben, wo sie sich wohlfühlen. Und das Besondere an Büchern ist ja, das sie Menschen aller Altersgruppen verbinden. Denken Sie allein an Harry Potter oder die Bis(s) Reihe. Wir versuchen, allen Altersgruppen gerecht zu werden und haben das Gefühl, den richtigen „Ton“ getroffen zu haben – modern, aber nicht zu ausgeflippt.

Leiten Sie die Seite inzwischen hauptberuflich oder als „Hobby“? Wie zeitintensiv ist es, eine solche Seite zu leiten?

Lovelybooks betreue ich im Rahmen meiner Tätigkeit bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Das nimmt natürlich sehr viel Zeit in Anspruch – aber die Arbeit ist abwechslungsreich und wird nie langweilig! Und Mitgliederanfragen werden natürlich auch am Wochenende beantwortet.

Wie sehen Ihre Aufgaben aus? In welchen Aufgabenbereichen sind Sie tätig?

Da wir ein sehr kleines Team sind, betreue ich zusammen mit meinen Kollegen mehrere Bereiche: z. B. die technische Weiterentwicklung der Plattform, die redaktionelle Gestaltung, Mitgliederbetreuung, Kontakte mit Verlagen und Autoren, Planung und Umsetzung von Aktionen und vieles mehr.

Sie und Ihre Kollegen leiten nicht nur die Seite, sondern sind auch selbst Mitglieder. Hätten Sie sich vorstellen können, dass Sie die Seite nur für andere eröffnen und sich dann heraushalten?

Nein, ich glaube nicht, dass das funktionieren würde. Um die Bedürfnisse und Wünsche der Mitglieder zu verstehen, ist Präsenz notwendig. Ich muss selbst begreifen, wo die Stärken und Schwächen der Seite liegen – und das kann ich nur, wenn ich sie selbst nutze und aktiv bin. Zudem muss eine ständige Kommunikation zwischen Mitgliedern und unserem Team gewährleistet sein. Nur so fühlen sich alle wohl!

Zunächst ist Lovelybooks ein Netzwerk wie beispielsweise StudiVZ oder facebook und funktioniert teilweise auch so. Was ist für die Mitglieder wichtiger – die Kommunikation untereinander oder die Bibliotheken, die man sich erstellen kann?

Das ist für jeden individuell sehr verschieden, würde ich sagen. Jeder kann bei Lovelybooks selbst entscheiden, was ihm Spaß macht und wie er die Plattform nutzen möchte. Einige Mitglieder nutzen Lovelybooks vorwiegend, um ihre Bücher zu katalogisieren, zu taggen, Rezensionen zu schreiben und neue Buchempfehlungen zu finden. Für die Mehrzahl der Mitglieder ist das Buchregal aber der Einstieg in die Kommunikation mit anderen Mitgliedern. Diese User haben Spaß daran, sich in den diversen Gruppen über Bücher zu unterhalten oder schreiben sich gegenseitig Nachrichten. Inzwischen sind sogar schon viele richtige Freundschaften entstanden, die auf das „echte Leben“ übertragen wurden.

Wie haben Sie anfangs Werbung für Lovelybooks gemacht? Sind Sie sprichwörtlich mit Ihrer Idee hausieren gegangen?

Wir haben verschiedene Dinge ausprobiert, von Onlinewerbung bis zu Flyern. Am Ende setzte sich aber die Mund-zu-Mund-Propaganda der Mitglieder durch, die ihre Freunde, Kollegen und Bekannten einladen, ebenfalls Mitglied zu werden.

Sie kooperieren mit Verlagen. Wie aufgeschlossen waren diese einem solchen Projekt gegenüber? Hat man die Seite positiv aufgenommen oder herrschte zunächst Skepsis?

Die Verlage sind Lovelybooks gegenüber sehr aufgeschlossen und wir bekommen viel positives Feedback. Natürlich sind solche Plattformen ein neues Feld für Verlage und Autoren. Aber wo sonst können sie dem Leser so nahe sein? Nachdem ein Leser ein Buch gekauft hat, verschwindet er normalerweise mit seiner Meinung aus dem Blickfeld, was sehr schade ist. Bei Lovelybooks sehen die Verlage und Autoren, wie der Leser das Buch wirklich findet, was er darüber denkt und welches Buch er als nächstes lesen möchte. Und sie können auf Lovelybooks in den direkten Kontakt mit dem Leser treten, wenn sie das möchten.

Welche Pläne haben Sie für Lovelybooks? Auf was können sich die Benutzer freuen?


Wir planen für die nächsten Monate viele neue, spannende Funktionen. Unter anderem werden wir bald Termine für Lesungen, Literaturevents usw. einbinden.

Sind Sie auch bei Buchmessen zu Gast?

Wir haben keinen eigenen Stand auf der Buchmesse, wenn sie das meinen. Aber wir sind meistens in Frankfurt auf der Messe zu finden, wo wir bereits öfters Lovelybooks präsentiert haben (z. B. im Azubistro) oder an Podiumsdiskussionen teilgenommen haben.

Zum Schluss noch: Haben Sie einen Lesetipp für unsere Leser?


Im Moment steht „Alice“ von Judith Hermann ganz oben auf meiner Liste – dicht gefolgt von „Liebst Du mich“ von Luis Leante. Ein echter Geheimtipp!


Frau Berger, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg!

 

Lovelybooks findet ihr unter diesem Link: Lovelybooks.de

 

Dieses Interview führte Vanessa Lellig für Legimus. Alle Rechte vorbehalten.

Comments

avatar primeballerina
0
 
 
Bin selbst Mitgliedbei lovelybooks und muss sagen, es ist eine wirklich super Community und das Team leistet hervorragende Arbeit! Lob an Kathrin Berger ;)
avatar Etney
0
 
 
Ich bin auch da Mitglied und kann diese Seite nur jedem wärmstens empfehlen der gerne liest.
Das Team bewältigt alles super und es kommt immer was neues.
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