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Interview: Markus Heitz

©Füßler



Markus, stellen Sie sich unseren Lesern, die Sie noch nicht kennen, bitte kurz vor. Wer verbirgt sich hinter dem Namen Markus Heitz?

Verbergen kann ich mich nicht dahinter. Dafür bin ich zu groß und zu breit. :o) 38 Jahre, Autor und Kreativer seit vielen Jahren, Plätzchenbacker und Indischkocher, Schwarzklamottenträger, Halb-Goth und Gerneschreiber.

„Mächte des Feuers“ und „Drachenkaiser“ spielen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Warum haben Sie die Saga gerade in dieser Zeit angesiedelt – genug von mittelalterlichen Fantasywelten?

Ich sehe es ein bisschen als Auftrag eines Kreativen an, neben dem Herkömmlichen auch was Neues zu schaffen. Als Angebot für diejenigen, welche auf der Suche nach phantastischen Welten abseits von Zwergen sind. Wirtschaftlich betrachtet vielleicht nicht die klügste Idee, aber darum geht es nicht. Meine verschiedenen Welten machen sehr viel Spaß. Mir zumindest. Abwechselung und Überraschendes sind dafür extrem wichtig. Deswegen erscheint nächstes Jahr ein SpaceFictionRoman von mir namens COLLECTOR. Und DAS ist definitiv keine Entscheidung für eine Genre, das mir tonnenweise Geld bringen wird - aber wie gesagt: Darum geht es gar nicht.
Die 20er Jahre sind eine sehr fruchtbare Zeit, was die Setting angeht. Mystik und Moderne befinden sich im Einklang, Séancen und Telefon, Ektoplasma und Strom. Ein scheinbarer Widerspruch, in den meine Bücher perfekt passen. Nicht schon wieder Mittelalter und Drachen. Das haben wir schon alles.

Sie haben Sich für diese beiden Bücher von den Fantasywesen die Drachen ausgesucht. Was hat Sie am meisten an Ihnen fasziniert?

Dass mit ihnen so viel möglich ist. Wie unterschiedlich sich Drachen in Sagen, Märchen und Legenden benehmen. Wie sehr sie unserer abendländischen Kultur verhaftet sind und eine große Rolle spielen. Und dass man sie wunderbar auch außerhalb des mittelalterlichen Settings nutzen kann.

Ihre „Zwergen“-Reihe war sehr erfolgreich. Ein Traum für jeden Autor, der sich da erfüllt hat? Können Sie hauptberuflich vom Schreiben leben oder haben Sie noch einen „Brotberuf“?

Nein, brauche ich nicht mehr. Seit 2004 kann ich zu Hause bleiben und mir Geschichten ausdenken. Seit 2002 erscheinen meine Bücher, im Jahr 2000 habe ich meinen ersten Vertrag unterschrieben. Und bis Mitte 2004 hatte ich noch einen Zweitberuf, um "leben zu können". Normale Taschenbuchauflagen von 2500 Exemplaren reichen nicht aus, um das Einkommen zu sichern.

Im „Zwerge“-Blog der Filmemacher stammt der letzte Eintraf von April 2009. Was hat sich seitdem getan und in wie weit sind Sie selbst informiert oder gar involviert in dieses Projekt? Können Sie eine Prognose wagen, wann wir uns auf den Zwerge-Film freuen könnten?

Die Wirtschaftskrise hat auch hier zugeschlagen. Die Dreharbeiten wurden auf Ende 2010/ Anfang 2011 verschoben. Ins Projekt eingebunden bin ich nicht direkt. Ausstrahlung soll Ende 2011 sein.

Sie haben ein Sachbuch über Vampire geschrieben („Vampire! Vampire!“). Was reizt Sie an den Blutsaugern? Bedeutete das Schreiben viel Recherchearbeit und wie sah diese aus?

Ein Mythos wie die Drachen. Und im Volksglaube des Ostens sehr stark verwurzelt, bis heute. Die Ursachen zu finden, die Facetten des Volksglaubens heraus zu polieren, zu stöbern und Hinweise in der Geschicht zu finden, die Bissspuren der Vampire zu entdecken, das war mir ein Anliegen. Die Rechereche bedeutete eben ein Lesen von sehr, sehr vielen Primär- und Sekundärquellen, um die 100 müssen es gewesen sein. Aber es macht ja Spaß. :o)

Wann geht es mit den Legenden der Albae weiter und wie viele Bücher wird es noch geben?

Mit den Albae geht es Mitte 2011 weiter. Es sollen insgesamt 4 Bände werden.

Wenn ein Leser Sie und Ihren Stil kennen lernen möchte, welches Buch würden Sie ihm empfehlen?

Schwierig, weil ich meinen Stil schon variiere. Ich würde ihm "Die Mächte des Feuers" empfehlen und "Kinder des Judas"

Was lesen Sie privat, auch viel Fantasy?

Nein. Keine Zeit. Muss schreiben. :o)

Welche Literaturverfilmungen und nehmen wir mal das Genre Fantasy gefallen Ihnen eigentlich ganz gut und welche überhaupt nicht – gibt es da paar „Tops“ und „Flops“?

HdR fand ich sehr gut umgesetzt, ansonsten fehlt mir der Vergleich, weil ich weder Eragorn noch Narnia noch Erdsee oder die Legende des Suchers gelesen habe. Ist nett anzuschauen, aber über allem schwebt Kollege Jackson.

Die Lesung in München konnte man auch live übers Internet verfolgen. Würde Sie so etwas noch einmal reizen und merkt man überhaupt einen Unterschied zu „normalen“ Lesungen als Autor? Fühlt man sich noch „beobachteter“ als sonst?

Ich fand es gut und es machte für mich keinen Unterschied, weil es noch ein Live-Publikum gab. Beobachtet fühlte ich mich nicht, freute mich aber, dass es möglich ist, auch Leserinnen und Leser zu erreichen, die eben nicht nach München kommen konnten. Da geht mein Dank an den PIPER Verlag.

Kennen Sie andere deutsche Autoren des Genres persönlich und stehen Sie mit ihnen in Kontakt?

Die "Fantasy-Leute" kennen sich alle untereinander, Feindschaften gibt es nicht. Ganz im Gegenteil: Wir sind alle sehr entspannt, plaudern über alles mögliche auf Messen und Conventions und sind Kollegen. Ich persönlich wünsche und gönne jedem Erfolg.

Haben Sie bereits neue Projekte, an denen Sie arbeiten? Wenn ja, können Sie uns schon ein wenig verraten?

Nächstes Jahr ist Horror-Jahr. Zur Buchmesse Leipzig kommt "JUDASSOHN", der zweite Teil von "Kinder des Judas" und gleichzeitig ein weiterer Anknüpfungspunkt für Blutportale, Ritus&Sanctum. Im Mai kommt COLLECTOR, ein SpaceFictionRoman und Auftakt für etwas Großes, Ende des Jahres nochmals ein weiterer Band mit Vampiren.

Markus, wir danken für das Interview!

Sehr gerne!

 



Dieses Interview führte Vanessa Lellig für Legimus. Alle Rechte vorbehalten.
Fragen von Vanessa Lellig und David Richter. Alle Rechte vorbehalten.



Unsere Rezension zu „Die Legenden der Albae“ findet ihr: HIER.

Comments

avatar DarkDreamer
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Ein feines Interview ist euch da gelungen! Auf den SF-Roman bin ich schon gespannt :) Auch wenn ich die Richtung eher weniger lese, interessiert mich doch, wie ein Fantasyautor diese "neue" Genre (ganz unbewandert ist Mahet da ja auch nicht mehr) umsetzt.
B
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avatar Vanessa
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Hallo, DarkDreamer,

danke für das Lob! :)

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avatar absinthefreund
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Markus Heitz, ein Autor, der im Moment unter meine Lupe gerückt ist. :] Dieses Interview hat mich definitiv neugierig auf ihn gemacht.
(Auch neugierig auf "Legimus", muss ich sagen, das ich bestimmt weiter verfolgen werde!)
B
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