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Rowohlt: rororo
Taschenbuch, 288 Seiten
ISBN: 978-3-499-24814-6
8,95 €

 

 

Ein kurzer Einblick

Mr. Malik ist ein warmherziger, schüchterner Mann mit einem großen Geheimnis: Er ist bis über beide Ohren verliebt in Rose, die Leiterin der örtlichen Gruppe von Vogelbeobachtern. Während er noch überlegt, wie er die Dame seines Herzens als Begleiterin zum jährlichen Nairobi Hunt Ball gewinnen kann, trifft der charmante Draufgänger Harry Kahn in der Stadt ein. Auch er hat bald ein Auge auf Rose geworfen und möchte sie ebenfalls zum Ball einladen. Da schreiten die Gentlemen aus Mr. Maliks Club ein und schlagen den beiden Rivalen eine Wette vor …

 

Unsere Bewertung

Es ist eine seltsame Gesellschaft, die wir hier vorgesetzt bekommen, viel mehr Multikulti als afrikanisch, so gar nicht das, was man erwartet. Die Hauptperson ist Inder, die Angebetete ursprünglich Europäerin. Der Einstieg ist nicht ganz leicht, im ersten Kapitel wird man förmlich erschlagen von zig Namen, von denen man sich die wenigsten am Ende überhaupt merken muss, weil nur ein paar von Bedeutung sein werden.
Als Harry Kahn in Nairobi auftaucht, macht er Mr. Malik einen Strich durch die Rechnung bei seinem Plan, seine Angebetete Rose zum Ball einzuladen. Das kann dann nur durch ein Duell gelöst werden – allerdings ganz im Stile des Hobby-Ornithologen und nicht mit Pistolenknallen.
Diese Wette nimmt dann zwischenzeitlich seltsame Züge an und Harry Kahn wird einem immer unsympathischer. Man fiebert mit, ob Mr. Malik doch noch das Recht bekommt, seine Rose zum Ball einladen zu dürfen (was nämlich der „Gewinn“ der Wette ist). In zahlreichen Rückblenden erfährt man einiges über die Hauptpersonen, das seltsame Dreieck Mr. Malik/Rose/Harry Kahn: woher sich Mr. Malik und Harry Kahn kennen, dass Mr. Malik Witwer ist und dass anscheinend auch Harry Kahn und Rose sich kennen ...
Die einzelnen Kapitel sind überschrieben mit Vogelnamen, welche manchmal einen Bezug zum Inhalt des Kapitels aufweisen – wenn Mr. Malik beispielsweise einen bestimmten Vogel in seinem Garten erblickt.
Das Buch zeichnet einen leichten Plauderton aus, mit dem der Erzähler dem Leser nicht nur Mr. Maliks Geschichte schildert, sondern auch von geschichtlichen Ereignissen, geografischen Begebenheiten oder eigenen Erinnerungen berichtet. Die Beschreibungen der Geografie sind hier jedoch leider so übergenau, dass man schwer folgen kann und die Plaudereien des Erzählers bremsen die eigentliche Story aus. Das hätte interessant werden können, stopft leider aber eher künstlich Lücken aus.

Insgesamt ist „Kleine Vogelkunde Ostafrikas“ ein skurriles Stück Literatur, das wohl nicht jedermanns Sache sein wird, bei dem man sich nicht ganz sicher ist, was man davon halten soll und das oftmals anstrengender ist als es hätte sein müssen.

 

2,5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken Rowohlt für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

 

 

 

 

 

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