Interview online!

Unser Interview mit Dagmar Trodler ist online!

Legimus im Web

Twitter: Legimus Facebook: pages/Legimus/146329101427?ref=nf StudiVZ: /Groups/Overview/4a4f55b1b0a429c0 RSS Feed: index.php?format=feed&type=rss

Dtv premium
Paperback, 360 Seiten
ISBN: 978-3-423-24557-9
14,00 €


(Das Buch ist inzwischen als Taschenbuch bei Dtv erschienen)



Ein kurzer Einblick

Als Nadias verwitweter Vater ihr mitteilt, dass er wieder heiraten will, löst er eine gewaltige Familienkrise aus. Sein neuer Schatz ist eine üppige Blondine, aus der Ukraine wie er auch, mit einer Vorliebe für grüne Satinunterwäsche, Fertiggerichte und hochtechnisierte Kücheneinrichtungen. Nadia ist sofort klar, daß diese Frau vor nichts haltmachen wird, um ihre ehrgeizigen Träume zu verwirklichen …
Doch etwas Gutes hat die Angelegenheit: Nadia und ihre Schwester Vera sprechen seit Jahren das erste Mal wieder miteinander, verbunden durch das gemeinsame Ziel: ihr Vater muss aus den Klauen der Glücksritterin gerettet werden! Doch auch der alte Mann arbeitet zielstrebig an der Erfüllung seiner Träume. Unter anderem schreibt er an einer ›Geschichte des Traktors auf Ukrainisch‹, die nicht weniger als die Geschichte der industrialisierten Welt behandelt …



Unsere Bewertung

Ein wahnsinniges Szenario liegt hier vor: Ein Dreiundachtzigjähriger hat sich in den Kopf gesetzt, eine Sechsunddreißigjährige zu ehelichen, die aus der Ukraine – seiner Heimat – importiert ist. Die Töchter sind hiervon überhaupt nicht begeistert, sie wollen es verhindern. Ist die neue potenzielle Stiefmutter mit den großen Brüsten doch nicht das, was sie sich als Nachfolgerin ihrer Mutter vorstellen. Noch dazu behandelt sie den Vater schlecht, kocht nur Fertiggerichte und will immer zu nur Geld, Geld, Geld haben. Die wirren Rettungsversuche scheitern leider und die Töchter haben alle Hände voll damit zu tun, die Ehe wieder rückgängig zu machen.
Während Nadias Vater immer mehr dem Untergang entgegen geht, erfahren wir in Rückblicken von der Familiengeschichte, besonders von der verstorbenen Mutter. Nadias Schwester Vera rückt zudem mit Geheimnissen raus, von denen Nadia nichts gewusst hat und die mit ihren Vorstellungen von Mutter und Vater aufräumen.
Die Zitate aus Vaters „Kurzer Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“, an der er schreibt, sind zumeist zu lang und bremsen die Geschichte so sehr aus, dass man irgendwann dazu übergeht, sie zu überspringen – außer vielleicht, wenn man für Traktoren etwas übrig hat.
Skurril sind natürlich die Charaktere. Besonders Valentina, die vollbusige Ukrainerin, und Nadias schrulliger Vater sind lesenswert. Auch die Schwestern Nadia und Vera, die sich eigentlich zerstritten haben und sich im Kampf gegen die neue Mutter zusammenraufen, spielen ihre Rollen mit Running Gags. Besonders die kleine Schilderung von der Zeit, als Nadia geboren wurde, die am Ende stilistisch vollkommen herausfällt, ermöglicht einen Blick in diese seltsame Familie – und die Historie.
Gegen Ende verliert sich die Spannung zwischen den Charakteren mehr und mehr, so dass man nur noch pflichtbewusst zu Ende lesen mag. Ab einem gewissen Punkt ist klar, wie die Geschichte ausgehen wird und alles löst sich in Wohlgefallen auf.

Insgesamt eine nette Grundidee, die man etwas „knackiger“ hätte verarbeiten müssen, um die Spannung bis zum Ende zu erhalten.




2,5 von 5 Punkten



Wir danken Dtv für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Comments

B
i
u
Quote
Code
List
List item
URL
Name *
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Submit Comment