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Dtv
Taschenbuch, 192 Seiten
ISBN: 978-3-423-08627-1
8,90 €




Ein kurzer Einblick

Georg ist 15 und lebt mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und der kleinen Miriam in Oslo. An seinen Vater kann er sich kaum noch erinnern; er ist gestorben, als Georg vier war. Doch nun, elf Jahre später, greift Georgs Vater wieder in sein Leben ein -- mit einem langen Brief, der all die Jahre versteckt war. Die Lektüre dieses Abschiedsbriefes ist für Georg eine Reise in die Vergangenheit. Doch bald begreift er, dass es darin auch um seine Zukunft geht, zum Beispiel um die Frage, wie er es mit der Liebe hält. Und dem Leben. Sein Vater konnte ihm keine Antworten mehr geben. Aber er konnte seinem Sohn die richtigen Fragen stellen.


Unsere Bewertung

Um es gleich vorweg zu nehmen: „Das Orangenmädchen“ hat nur eine einzige Schwäche: Ab einem gewissen Punkt weiß man, um wen es sich bei dem Orangenmädchen handelt. Doch das ist eigentlich auch keine Schwäche, denn genauso wie Georg, der den Brief seines verstorbenen Vaters liest, findet der Leser alles nach und nach heraus. Dieser Brief ist ein Brief der besonderen Art, denn  Georgs Vater hat ihn an seinen Sohn geschrieben und gleichzeitig an einen Menschen, den er noch gar nicht kannte und niemals kennen lernen würde. Mit diesem Brief schildert er eine Liebesgeschichte, stellt seinem Sohn jedoch auch eine alles entscheidende Frage, über die man beim Lesen selbst nachgrübelt.
Das letzte Drittel des „Orangenmädchens“ ist so berührend, dass es einem regelmäßig die Tränen in die Augen treibt und wenn man das Buch zugeschlagen hat, muss man erst einmal aufatmen. Es ist kein leichter Stoff. Nicht dass der Stil Gaarders anspruchsvoll wäre, nein, im Gegenteil – das Buch liest sich wunderbar flüssig. Doch das, was hier in einem hervorgerufen wird, ist so philosophisch, dass man sich zunächst mit allem auseinandersetzen muss. Ein wirklich tiefgreifendes Werk, das berührt und das man nicht weglegen kann, bevor man es zu Ende gelesen hat. „Das Orangenmädchen“ ist zudem ein idealer Einstieg in das Werk Gaarders – für alle, die sich bisher nicht an „Sophies Welt“ gerangetraut haben sollten.
Tipp: Nehmt euch einen Nachmittag lang Zeit für dieses Buch, es lohnt sich!



5 von 5 Punkten

 





Wir danken Dtv für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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