Samstag, den 05. Juni 2010 um 18:57 Uhr

Piper
Taschenbuch, 480 Seiten
ISBN: 9783492247962
9,95 €
Ein kurzer Einblick
Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die 13-jährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden …
Unsere Bewertung
„Beim Leben meiner Schwester“ ist nur auf den ersten Blick so einfach gestrickt wie der Klappentext glauben machen will. Die Familienbeziehungen sind kompliziert, auch wenn man zunächst denkt, alles auf den ersten Blick zu durchschauen. Besonders Annas Beweggründe, sich gegen das Dasein als „Ersatzteillager“ zu entscheiden, sind wesentlich komplizierter.
In verschiedenen Perspektiven erzählt, wird die Story umso vielschichtiger. Eine Szene wird selten aus zwei Perspektiven erzählt, manchmal überlappen die Szenen sich, meistens jedoch bleibt alles bei einer Person. Annas Mutter Sara beispielsweise sind die Rückblicke überlassen. Kate, Annas Schwester, kommt nur am Ende zu Wort. Neben Annas Kampf gegen die Eltern und für ein selbstbestimmtes Leben werden auch andere Nebenhandlungen erzählt, wie die des Anwaltes, der Anna vertritt. Die große Stärke des Buches liegen daher auch bei den Charakteren, die mit ihrer Individualität und ihren eigenen Ansichten genauso interessant sind wie im Zusammenspiel miteinander.
Verwirrend sind immer wieder die medizinischen Fachbegriffe, die sich oftmals so sehr häufen, dass man darüber hinwegliest, um nicht die Freude am Lesen zu verlieren.
Vor allem gegen Ende hin wird „Beim Leben meiner Schwester“ zunehmend emotional, vieles wird aufgeklärt, was zuvor nicht so ersichtlich war und Anna erscheint in einem ganz anderen Licht – viel weniger egoistisch als man zunächst dachte. Das eigentliche Ende wirkt allerdings ein wenig wie eine konstruierte Notlösung, wenn auch eine sehr überraschende.
„Beim Leben meiner Schwester“ lässt sich in einem Rutsch runterlesen, man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen – es reißt einen einfach mit.
4,5 von 5 Punkten
Wir danken dem Piper Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.




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