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Lübbe
Taschenbuch, 205 Seiten
ISBN: 978-3-404-61666-4
7,99 €




Ein kurzer Einblick

„Kiiiiender, Äääähsen!“ schallte es weit nach der Mittagszeit durch die Münchener Wohnsiedlung. Und bis heute weigert sich Stella Bettermanns griechische Mutter, die schicken Pumps bei der deutschen Verwandtschaft gegen Gästepantoffeln zu tauschen. Um so lauter ist der Jubel in der Heimat, wenn die Koffer mit Geschenken von „Seh un Aaah“ (C&A) ausgepackt werden und die Ferien in Piräus bei Oma Yiayia beginnen.



Unsere Bewertung

Diese „Geschichten von meiner Familie“ gibt es inzwischen ja für jede erdenkliche Nationalität, mal sind es türkische Familien, mal italienische, und nun auch eine griechische, die sich in dieses Ringelreihen einreiht. Meist sind die Erzählungen humorvoll – Jan Weiler hat es mit seinem „Maria, ihm schmeckt's nicht!“ vorgemacht. Wer bei Stella Bettermann jedoch eine humoristische Beschreibung des kulturellen Aufeinanderprallens erwartet, der wird wohl enttäuscht werden. Denn auch wenn so manche lustige Stelle dabei ist, sind es vor allem Familiengeschichten, die hier erzählt werden. Solche, wie sie beinahe jeder vorweisen kann und die nicht immer zum Brüllen komisch sein müssen.
Vom Zusammenprall der Kulturen ist aus einem Grund nicht sehr viel zu merken: Hier kommt keine Deutsche in eine griechische Familie, sondern eine Halbgriechin lebt in beiden Kulturen gleichermaßen. Dass Stella Bettermann das griechische Essen meist verschmäht, ist da fast der größte Konflikt. Einzig die Mutter, ausgebildete Opernsängerin, wirkt da wie ein bunter Hund, das aber auf beiden Seiten der Familie – der deutschen wie auch der griechischen.

Wer von der griechischen Kultur an sich etwas erfahren möchte, ist hier wohl ebenfalls falsch, denn auch wenn man vom Miteinander in der Familie ein wenig erfährt, wird das große Ganze nicht sichtbar. Der Autorin fehlt hier auch der Einblick, da sie Griechenland ja nur vom Sommerurlaub bei den Großeltern in Piräus her kennt.

„Ich trink Ouzo, was trinkst du so?“ wirkt durch die Aufmachung des Covers humoristischer als es letzten Endes ist. Es liest sich ganz gut und durch die liebevollen Beschreibungen von Oma Yiayia gewinnt es an Wirkung, ist jedoch ansonsten nur eine Sammlung von Familienerinnerungen und kein zweites "Maria, ihm schmeckt's nicht!".




2 von 5 Punkten

 




Wir danken Lübbe für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Comments

avatar Mario Filoxenidis
0
 
 
Die zwei Punkte kann wohl nur ein Deutsch-Deutsch er vergeben. Ein Halbgrieche kann nur 5 von 5 vergeben!
Gratulation an Stella Bettermann zu diesem wirklich authentischen Buch!
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