Mittwoch, den 14. Juli 2010 um 15:25 Uhr

Dtv
Taschenbuch,
ISBN: 978-3-423-13857-4
8,90 €
Ein kurzer Einblick
Eine selbstbewusste Frau, ein weiser, alter Mann, reichlich Sake, ein wenig Walfischspeck und immer wieder Lotuswurzel: Zutaten dieser frühlingshaft zarten und faszinierend fremden Liebesgeschichte aus Japan. Eines Abends begegnet die 37-jährige Tsukiko in einer Kneipe ihrem weit älteren ehemaligen Japanischlehrer. Beide leben allein, jeder sucht die Nähe des anderen und bleibt doch respektvoll auf Distanz.
Unsere Bewertung
Die „Liebesgeschichte“ als die „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ betitelt wird, entwickelt sich so langsam, dass man beim Lesen große Geduld aufbringen muss. Erst gegen Ende kommt es überhaupt zu dem, was man im Allgemeinen wohl als „Liebesbeziehung“ bezeichnen würde. Doch das, was eine Schwäche sein könnte, ist hier nicht von großer Bedeutung, denn nicht das Ziel ist hier wichtig, sondern der Weg dorthin. Waren Tsukiko und der Sensei zunächst nur „Saufkumpane“, die sich eher zufällig getroffen haben, spürt man mit der Zeit immer mehr die Gefühle, die sich zwischen ihnen entwickeln. Denkt man zunächst, die beiden würden niemals zueinander finden, da die beiden immer wieder in ihre Rollen als Lehrer und Schülerin zurückfallen, wird man am Ende eines besseren belehrt. In einer zarten Sprache schafft Hiromi Kawakami, eine Stimmung aufzubauen, die vor Zuneigung und gleichzeitiger Zurückhaltung knistert. Der schönste Satz, in dem sich all dies vereint, ist wohl die entscheidende Frage des Sensei an Tsukiko: „Würden Sie zum Zweck eines Liebesverhältnisses eine Beziehung mit mir eingehen?“
Das Ende der Geschichte beweist, dass das Liebesverhältnis der beiden für die Autorin nicht von großer Bedeutung ist, denn die Jahre, die die beiden miteinander haben, werden verkürzt erzählt, in wenigen Sätzen. Jedoch mit keinem Wort zu wenig.
Die letzten Seiten sind sehr traurig, die Geschichte endet aber dennoch auf eine gewisse Art mit einem Happy End und man bleibt berührt zurück.
4 von 5 Punkten




Wir danken dem Deutschen Taschenbuch Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.




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