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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Goldmann
Paperback, Klappenbroschur, 224 Seiten
ISBN: 978-3-442-31211-5
14,95 €




Ein kurzer Einblick

Japan — das ist Sushi, das ist Karaoke, das sind Hightech-Klos, die Kirschbaumblüte, Mangas und überfüllte U-Bahn-Waggons. Die Japaner — das sind fleißige, ulkige, freundliche Menschen, die ungewöhnlich alt werden, die wir mit laufenden Minikameras in der Hand kennen und die sich sehr für die deutsche Romantik begeistern. So weit unsere westeuropäischen Klischeevorstellungen. Nur: Wie ist es wirklich, als Deutscher in Japan zu leben? Es gibt noch viel zu lernen über jenes ferne Land, und nach der Lektüre dieses Buches wundert sich auch niemand mehr, dass Altpapier gebügelt wird, dass Themenrestaurants der letzte Schrei sind — und man so zum Abendessen in einer Gefängniszelle sitzt — und dass man sich anstatt „Viel Spaß“ zum Abschied sagt „Streng Dich an“. (Verlagstext)



Bewertung

Japan ist viel mehr als nur Sushi, immerhin gibt es auch Nudelsuppen … Aber Spaß beiseite: Wer Finn Mayer-Kuckuks Buch liest und nicht Japanologie studiert oder sonst eine starke Affinität zu Japan hat, wird immer wieder erstaunt sein. Zum Beispiel, dass es in Tokio keine öffentlichen Mülleimer gibt. Sicherlich ist Japan auch viel von dem, was das Klischee bedient, aber die lebenslange Festanstellung ist beispielsweise auch nicht mehr so selbstverständlich, wie man immer meint und Japan ist genauso im Wandel wie andere Staaten.
Weil Mayer-Kuckuk schon als Student in Japan war und längere Zeit dort gelebt hat, kann er mit Einblicken aufwarten, die ein „normaler“ Tourist so wohl nie erfahren wird. Aber auch bei ihm wird immer wieder klar, dass er immer ein „Gaijin“, jemand „von außen“ bleiben wird. Obwohl er gut japanisch sprechen kann und sich den Gepflogenheiten angepasst hat (und zum Beispiel Saft-Tetrapaks an der Wäscheleine trocknet, bevor er sie in den Müll wirft).
Durch den lockeren Schreibstil des Autors ist „Tokio total“ eine nette Unterhaltung für zwischendurch, die einen auch mal zum Schmunzeln bringt. Die ein oder andere Skurilität bleibt auch im Gedächtnis, allzu vieles wird aufgrund der Informationsfülle wohl auch verloren gehen. Die persönliche Note, die Anekdoten, die Mayer-Kuckuk selbst erlebt hat, machen das Buch authentisch und den Autor, der gerne auch mal eigene Schwächen eingesteht, sehr sympathisch.


Fazit

„Tokio total“ ist für alte Japan-Hasen sicherlich ganz nett, weil es nun doch nicht die größten Neuigkeiten preisgibt. Für alle, die Japan aber erst entdecken, ist es eine wahre Fundgrube an Besonderheiten, die dieses ungewöhnliche Land ausmachen.

Finn Mayer-Kuckuk ist übrigens im Internet zu finden: http://tokio-total.de/. Sein Blog hat zwar noch die Tokio-URL, Mayer-Kuckuk lebt inzwischen allerdings in Peking. Ob da vielleicht auch noch ein Buch folgt? Wer weiß, wer weiß ...



3,5 von 5 Punkten






Wir danken Goldmann für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.