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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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  • 15.05., 00.50 Uhr, 3 SAT: „Die Bartholomäusnacht“ (Alexandre Dumas d.Ä.)
  • 16.05., 22.00 Uhr, SWR: „Tanz auf dem Regenbogen“ (Utta Danella)
  • 16.05., 22.25 Uhr, Kabel eins: „Rob Roy“ (Walter Scott)
  • 17.05., 20.15 Uhr, Das Erste: „Sherlock: Ein Skandal in Belgravia“ (1/3) (Arthur Conan Doyle)
  • 17.05., 20.15 Uhr, SAT 1: „Alice im Wunderland“ (Lewis Carroll)
  • 17.05., 22.40 Uhr, VOX: „Im Sumpf des Verbrechens“ (John Katzenbach)
  • 17.05., 00.15 Uhr, SAT 1: „Das geheime Fenster“ (Stephen King)
  • 18.05., 20.15 Uhr, RTL II: „Die Bourne Identität“ (Robert Ludlum)

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Rowohlt
Hardcover, 208 Seiten
ISBN:
3498035436
18,90 €

(Die Taschenbuchausgabe ist inzwischen erhältlich.)

 

Ein kurzer Einblick

Ein Mann kauft ein Mobiltelefon und bekommt Anrufe, die einem anderen gelten; nach kurzem Zögern beginnt er ein Spiel mit der fremden Identität. Ein Schauspieler wird von einem Tag auf den nächsten nicht mehr angerufen, als hätte jemand sein Leben an sich gerissen. Ein Schriftsteller macht zwei Reisen in Begleitung einer Frau, deren größter Alptraum es ist, in einer seiner Geschichten vorzukommen. Ein verwirrter Internetblogger wiederum wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal Romanfigur zu sein. Eine Krimiautorin geht auf einer abenteuerlichen Reise in Zentralasien verloren, eine alte Dame auf dem Weg in den Tod hadert mit dem Schriftsteller, der sie erfunden hat, und ein Abteilungsleiter in einem Mobiltelefonkonzern verliert über seinem Doppelleben zwischen zwei Frauen den Verstand. (Verlagstext)

 

Unsere Wertung

Daniel Kehlmann katapultierte sich mit seinem Roman "Die Vermessung der Welt" gleich an die Spitze der deutschsprachigen Literatur. Natürlich war dementsprechend die Erwartungshaltung der Leserschaft immens, als "Ruhm" erschien, der sprichwörtliche Roman in neun Geschichten. Zunächst mutet dieses Buch wie ein Experiment an. Keine durchgehende Handlung bestimmt den Ablauf, sondern neun Kurzgeschichten, die allerdings alle auf die eine oder andere Weise miteinander zusammenhängen. So löst sich beispielsweise das Geheimnis der ersten Geschichte (Mobiltelefon) im Verlauf der Gesamthandlung in den nachfolgenden Geschichten mehr und mehr auf und der Leser erlebt so manche Aha-Erlebnisse in "Ruhm". Taktisch klug und durchdacht, dieses Lob muss man ohne Umschweife aussprechen. Wenn man sich auf das Spiel einlässt, dass die Geschichten in Verbindung miteinander stehen, wird "ruhm" zu einem echten Pageturner, der innerhalb weniger Stunden durchgelesen ist. Beachtet sollte werden, dass immer wieder der Fokus auf literarische Motive in den Geschichten gelegt wird, auch wenn sie manchmal wie aus dem normalen Alltagsleben gegriffen scheinen - nur halt mit teils verrückten Ideen gewürzt, die "Ruhm" immer wieder aus dem Alltags-Genre hinauskatapultieren und zum Spielball fiktionaler Prozesse machen. Daniel Kehlmann hat bei der Struktur seines Werkes in die richtige Schublade gegriffen, denn das gigantische Genre der Belletristik bietet zwar gigantisch viel Auswahl, doch in der Auswahl gleichen sich die Romane meist wie ein Ei dem anderen. "Ruhm" hingegen vermag mit der Konzeption der neun Geschichten, die in Verbund miteinander stehen und mit recht interessanten Motiven der Literatur gespickt sind, zu überzeugen. Natürlich lassen sich auch negative Punkte aufzählen. So können die Protagonisten der Geschichten nur einen bedingten Tiefgang an charakterlichen Werten erhalten, da die Auftritte teils arg kurz sind. Wer sich für die Beziehung von Autoren zu ihren eigenen Charakteren oder ihrem Publikum nicht interessiert, dürfte ebenfalls mit "ruhm" wenig Spaß haben, da es in unseren Augen eben keine wirkliche Real-Satire (auch wenn es einige behaupten) ist, dazu sind die Handlungen zu abgehoben und der Realität entrückt, wie wir es vorhin schon einmal kurz angesprochen haben. Auch wenn einige Geschichten teils gesellschaftskritisch mit den Belangend er technisierten Welt spielen.

 

Fazit

Mittlerweile ist Kehlmann ein fester Begriff in der Literaturwelt und dürfte seine Anhänger als auch Kritiker gefunden haben. Mit "Ruhm" gelingt Kehlmann ein wirklich intelligent konstruiertes Buch. Wer sich für die Ideen und Welten allerdings nicht interessiert, wird keinen großen Spaß damit haben. Man muss sich auf die intertextuellen Verstrickungen und abgedrehten Abläufe der Handlungen einlassen, dann wird das Büchlein zu einem Lesevergnügen. Wenn auch (Hardcoverausgabe!) zu einem sehr teuren Preis. Allen, die reinschnuppern wollen, empfehlen wir lieber die Taschenbuchausgabe, die es mittlerweile gibt.

4 von 5 Punkten