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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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btb
Gebunden, 608 Seiten
ISBN: 978-3-442-75240-9
21,99 €




Ein kurzer Einblick

Es ist eine Zeit des Umbruchs, während der Eugenia, genannt Skeeter, und die beiden Dienstmädchen Aibileen und Minny in Jackson, Mississippi. Durch die Stadt und die Köpfe seiner Bewohner verläuft eine strikte Grenze, die Schwarz und Weiß trennt und Menschen nur nach Hautfarbe beurteilt. Doch die drei Frauen verbünden sich und wagen etwas, das gegen alles verstößt, was ihrer Zeit entspricht.


Bewertung

Der Süden der Vereinigten Staaten in den sechziger Jahren ist kein Ort der Gleichberechtigung, ohnehin die Vereinigten Staaten, aber der Süden wirkt noch rückständiger. In diese Zeit entführt uns Kathryn Stockett und man wird von der ersten Seite an mit hineingerissen. Die Geschichte wird von Eugenia, genannt „Skeeter“, und den beiden „schwarzen“ Dienstmädchen (man möge mir diese politisch unkorrekte Bezeichnung verzeihen, sie ist aus dem Buch übernommen) Aibileen und Minny erzählt. Alle drei wirken durch ihren individuellen Erzählstil sehr authentisch und liebenswert, obwohl Minny doch des öfteren ein wenig biestig ist. Die drei Frauen finden zueinander, weil Skeeter eine Idee kommt: Sie will ein Buch schreiben, über die „guten Geister“, jene Dienstmädchen, die den „weißen“ Familien ihre Wäsche waschen, das Essen kochen und die Kinder hüten und großziehen, ein Buch über die guten und schlechten Seiten eines solchen Lebens. Und dafür braucht sie die Geschichten der Frauen, die diese Arbeiten machen. Zunächst ein schwieriges Unterfangen, denn es ist gefährlich für „Negerinnen“, sich in einer solchen Form über ihre Arbeitgeberinnen und -geber zu äußern, den Job zu verlieren ist da noch die harmloseste Konsequenz. Die erzählte Zeit umfasst gute zwei Jahre, in denen Skeeter mit den zwölf Dienstmädchen an dem Buch arbeitet, doch bis es soweit ist, muss man einige Seiten lesen, doch es wird dennoch nie langweilig, weil die Entwicklung der Charaktere, allen voran Skeeter, seine Zeit braucht. Ist Skeeter anfangs noch eine typische Tochter ihrer Zeit, die krampfhaft versucht, den Erwartungen, die an sie als Frau gestellt werden, zu erfüllen, bricht sie gegen Ende hin aus dieser Rolle aus. Doch auch die anderen Frauen entwickeln sich, lernen, für sich selbst einzustehen und ihr Leben selbstbestimmt zu leben. Wer auf der Strecke bleibt, ist Skeeters frühere Freundin Hilly und alle anderen, die noch in alten Zeiten verharren und eines nicht erkennen:

„War das nicht der Sinn des Buchs? Dass Frauen erkennen: Wir sind einfach nur zwei Menschen. Uns trennt gar nicht viel. Nicht annähernd so viel, wie ich dachte.“ (Seite 561)

In ihrem Nachwort erzählt Kathryn Stockett von ihrem eigenen Kinder- und Dienstmädchen, das für ihre Familie gearbeitet hat und dass es ihr ein persönliches Anliegen war, was man auch in jeder Zeile spürt. Hier merkt man nichts von Attitüde oder schlechtem Gewissen den Dienstmädchen gegenüber, sondern einfach nur Demut diesen Frauen gegenüber, die oftmals so schlecht behandelt wurden, obwohl man sie so sehr brauchte.


Fazit

„Gute Geister“ ist ein herrlicher Schmöker mit ganz viel Herz, man spürt, dass es für die Autorin ein sehr persönliches Anliegen war, dieses Buch zu schreiben. Die Charaktere sind authentisch und durch die verschiedenen Perspektiven erhält man Einblicke in viele Leben und in eine Zeit, während der zwei Welten nebeneinander existiert haben.



5 von 5 Punkten






Wir danken btb für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.