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Fischer
720 Seiten
ISBN 978-3-596-17073-9
10,95 €

 

Ein kurzer Einblick

Blue hat den Blues. Ihr Vater, der Universitätsprofessor, zieht schon wieder um. Nie länger als ein Semester bleiben Tochter und Vater an einem Ort. Bald kennt Blue jedes College. Zum Glück hat sie die Bücher – ihre engsten Vertrauten. Und so hungrig wie sie Geschichten auf Papier verschlingt, so lustvoll stürzt sie sich ins pralle Leben: Charmant und witzig besticht sie als wandelndes Lexikon und läßt zugleich keine Wodkaflasche an sich vorbeiziehen. Jeder weiß, Blue ist besonders. Man liegt ihr zu Füßen. Und dann passiert ein mysteriöser Mord und ihr Leben gerät aus den Fugen.
Ein Aufsehen erregender und temporeicher Roman und ein spannend komischer Streifzug quer durch die Sätze von Shakespeare bis Cary Grant.


Unsere Bewertung

Klickt man das Autorenportrait Marisha Pessls auf der Verlagsseite an, schaut uns eine attraktive, hübsche junge Frau entgegen. Kann es denn wirklich wahr sein? Schönheit gepaart mit Intelligenz?
Leider nein! Marisha Pessls Debütroman ist reine Wissensprahlerei, liest sich sogar wie eine wissenschaftliche Arbeit (was sollen Quellenangaben in einem Roman?!) und man wird das Gefühl nicht los, dass Ms Pessl bloß einmal der Welt zeigen wollte, wie gut sie darin ist, stupide Film-, Buch- und sonstige Titel aufzuzählen. Die Autorin wirft mit Namen von Berühmtheiten um sich, statt zu sich selbst zu stehen und das Suchen nach Referenzen aufzugeben, und die eigentliche Erzählung gerät in den Hintergrund.
Auch Blue, von der man sich anfangs so viel erhofft, wenn man das Buch beginnt, ist nichts mehr als ein armseliges blasses Abbild ihres Vaters, das nicht wirklich so belesen ist wie der Klappentext sie anpreist. Von Genialität ist da nichts zu spüren. Ich hatte mir Blue als ein Mädchen vorgestellt, die alles verschlingt, was sie in die Finger bekommt, aber im Laufe der Erzählung nimmt sie nur zwei- oder dreimal ein Buch in die Hand.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich die meisten erwähnten Bücher, Berühmtheiten und Filme nicht kannte – da stellt sich dem Leser dann die Frage, ob es am anderen Kulturkreis liegt oder an der eigenen Ungebildetheit und das sollte nicht Ziel eines Autors sein, den Leser zu deprimieren und ihm Dummheit vorzuwerfen. Denn das tut Marisha Pessl unbewusst, indem sie sich so herausstellt.

Der einzige Antrieb zum Weiterlesen ist die Frage: Was kommt da noch? Irgendwann muss es doch besser werden! Das tut es jedoch nicht. Nicht einmal der im Klappentext bereits angekündigte Mord hat mich zum Weiterlesen motiviert, ich habe das Buch irgendwo in der Mitte weggelegt ...



1 von 5 Punkten

 

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