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Suhrkamp Taschenbuch
Taschenbuch, 562 Seiten
ISBN 978-3-518-45800-6
9,90 €




Ein kurzer Einblick

Als der junge Daniel, von seinem Vater geführt, den geheimen "Friedhof der Vergessenen Bücher" betritt, ahnt er nicht, daß in diesem unwirklich scheinenden Labyrinth sein Leben eine drastische Wende nehmen wird. Er darf sich ein Buch auswählen, für das er allein die Verantwortung trägt. Das Buch, das er sich greift, Der Schatten des Windes von einem gewissen Julián Carax, wird ihn sein ganzes zukünftiges Leben nicht mehr loslassen.


Unsere Bewertung

Zafón wird weltweit in den Himmel gelobt und da ist man immer besonders skeptisch, wenn man sich an solch einen Autor wagt und ebenso ängstlich, auch nur ein einziges kritisches Wort zu äußern, doch manchmal muss es einfach sein.
„Der Schatten des Windes“ entfaltet sich ganz langsam wie eine Blume und erst nach fast mehr als der Hälfte kommt die Geschichte ins Rollen, erst dann liegt man wie Joschka Fischer (der auf dem Buchrücken zitiert wird) nachts getrieben im Bett und fiebert mit.
Anfangs ist die Suche Daniels nach dem mysteriösen Autor Julián Carax mehr ein Kleinjungenspiel, ab und an sucht er nach ihm, aber vor allem lernt man Daniel kennen, sein Leben und das, was ihn bewegt. Erst gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, wird der Leser wirklich ans Buch gefesselt und kann es nicht erwarten, alles zu erfahren.
Doch sowie Zafón diese Grenze überwunden hat, entfaltet er vor dem Leser eine regelrechte literarische Kriminalgeschichte und diese ist wirklich lesenswert. Doch man braucht Geduld, bis es so weit ist, dass man gefesselt ist von der Geschichte.

Man müsste die Wertung eigentlich zweiteilen, denn leider ist das erste Drittel des Buches recht zäh und man muss einen langen Atem mitbringen, bis es wirklich spannend wird. Doch dann ist „Der Schatten des Windes“ ein wirklich gelungener Schmöker, den man bis zur letzten Seite in vollen Zügen genießen kann.



3 von 5 Punkten

 

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