Montag, den 16. November 2009 um 20:00 Uhr

Fischer Taschenbuch
Taschenbuch, 388 Seiten
ISBN: 978-3596180639
10,95 €
Ein kurzer Einblick
Maynard, erfolgloser Komponist, Mitte dreißig und Single, ist auf dem Weg zu seinem Anwalt. Jennica, Mitte zwanzig, ausgebildete Finanzanalystin aus vermögender Familie, will sich eine 600-Dollar-Katze gegen ihre Einsamkeit kaufen.
Ihre Begegnung in der New Yorker U-Bahn löst eine Kette irrsinniger Ereignisse aus…
Unsere Bewertung
Liebesromane sind so gar nicht meine Sache, mit einer Schnulze konnte mich noch keiner vom Hocker reißen.
Ich habe das Buch eigentlich bloß angefangen, weil der Buchrücken weiterhin versprach, dass es neben der Liebesgeschichte auch einen kritischen Blick auf den Umgang der Amerikaner mit dem 11. September zu lesen gibt. Und dann wurde ich nicht enttäuscht, denn zum Glück ist dieses Buch weitaus besser als dieser seltsame Titel und auch der wenig aufschlussreiche Klappentext versprechen.
Das Buch ist in einem sehr schönen Stil geschrieben. Es wird jeweils aus der Sicht eines Protagonisten beschrieben, wie die Ereignisse vor sich gegangen sind. Das ist an sich nichts Neues, doch Delson schafft es, das ganz besonders gut umzusetzen.
Er lässt unheimlich viele Figuren zu Wort kommen und besonders spannend ist es, wenn Außenstehende und für die Geschichte eher unwichtige Leute berichten, was sich ihrer Meinung nach wie zugetragen hat. Amüsant ist auch, dass Delson sogar den Grillen das Wort erteilt.
Der Autor belässt es nicht dabei, die 0815-Geschichte von einsamen New Yorkern zu beschreiben, die sich plötzlich und ganz unerwartet über den Weg laufen und sich Hals über Kopf in eine Romanze verstricken. Nein, dieses Buch ist etwas für Menschen mit Anspruch und Intellekt, die auch gerne mal ein bisschen romantisch sind.
Die Geschichte um den 11. September kommt dann im Endeffekt doch etwas spät und hätte ruhig stärker ins Zentrum des Werkes geschoben werden können, denn das, was Delson anreißt, verspricht so einiges. Er beleuchtet anhand seines Protagonisten Maynard, dass die globale Trauer und Anteilnahme am Terroranschlag doch stellenweise etwas weit gegangen ist und groteske Züge angenommen hat.
Ich für meinen Teil werde mal im Auge behalten, was Rudolph Delson noch so geschrieben hat bzw. schreiben wird.
4 von 5 Punkten




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