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Taschenbuch, 208 Seiten
ISBN: 978-3-423-13806-2
9,95 €



Ein kurzer Einblick

Zwölf Personen erzählen von Philippa (1970 - 2050), der Hauptperson in Johanna Straubs Debütroman. Sie selbst kommt nicht zu Wort. Doch die wechselnden Perspektiven und variierenden Tonlagen der erzählenden Familienmitglieder und Freunde gestatten einen mosaikartigen, abwechslungsreichen Einblick in das Leben dieser selbstbewussten, liebenswerten, gewöhnlichen Frau. Ein Episodenroman. Eine Biographie. Eine Familiengeschichte.



Unsere Bewertung


Philippas Geschichte setzt sich wie ein Mosaik aus vielen verschiedenen Stationen ihres Lebens zusammen – das Ungewöhnliche dabei: Sie selbst erzählt kein einziges Mal, auch wird nie aus ihrer Sicht erzählt. Menschen, die sie in ihrem Leben begleiten oder begleitet haben erzählen von sich, von Episoden aus ihrem Leben, in denen auch Philippa ihre Rolle spielte. Dadurch muss man sich bei jedem einzelnen Kapitel wieder einlesen; der Stil ist zwar einheitlich, doch man weiß nie sofort, welche Person gerade erzählt. Den Anfang macht hierbei ihr Vater, am Ende erzählt ihr Enkelkind, ohne Umlaute und in einer Zukunft, die Johanna Straub sich auf ihre Art ausmalt.
Man erfährt nie wirklich, wo Philippa lebt (Im Osten Deutschlands? Wegen der atomaren Verseuchung?) und schon gar nicht, was in ihr vorgeht, aber trotzdem ist sie sympathisch, denn sie wird geliebt, sie ist menschlich, sie hat Fehler und macht Fehler, aber sie ist genau deswegen eine exemplarische Figur, die überall in Deutschland zu dieser Zeit hätte geboren werden können.
Wie der Titel „Das Zebra hat schwarze Streifen, damit man die weißen besser sieht“ symbolisch andeutet, hat Philippas Leben – wie jedes normale Leben! - helle und auch dunkle Seiten.

Man hätte ein paar Punkte anders machen können – vielleicht den Stil der einzelnen Kapitel noch unterschiedlicher gestalten, damit die verschiedenen Personen noch individueller erscheinen – doch das wäre Erbsenzählerei. Johanna Straubs Debüt ist nahezu perfekt, man kann es kaum aus der Hand legen, auch wenn ja nichts Ungewöhnliches geschieht, und man hat manchmal den Eindruck, dass die Autorin selbst hier ihr Leben gezeichnet bzw. vorgezeichnet hat, schließlich ist sie auch Jahrgang 1970.

Wer keine großartigen Ereignisse erwartet und gerne einen ruhigen, stillen Roman liest, wird seine Freude an „Das Zebra hat schwarze Streifen, damit man die weißen besser sieht“ haben.



5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken dem Deutschen Taschenbuch Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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