Samstag, den 19. Dezember 2009 um 19:04 Uhr

Goldmann
Taschenbuch, 224 Seiten
ISBN: 978-3-442-46762-4
7,95 €
Ein kurzer Einblick
Max will vor Weihnachten flüchten und auf die Malediven fliegen. Dabei ist ihm Kurt, sein Hund, im Weg. Kurt war leider eine Fehlinvestition. Er schläft meistens. Und wenn er sich bewegt, dann höchstens irrtümlich. Katrin wird demnächst dreißig, und leidet unter Eltern, die darunter leiden, dass sie noch keinen Mann fürs Leben gefunden hat. Mit Weihnachten kommt der Höhepunkt des familiären Leidens auf sie zu. Da tritt plötzlich Kurt in Erscheinung. Katrin mag zwar keine Hunde, aber Kurt bringt sie auf eine Idee …
Unsere Bewertung
Kurt ist wirklich ein armer Tropf. Sein „Herrl“ Max ist ein egoistischer herzloser Kerl, der ihn loswerden will, weil bald Weihnachten ist und der ihn sowieso nur angeschafft hat, weil Hundekolumnen gerade gefragt sind (Max ist nämlich Journalist). Da kommt Katrin gerade recht, die mit Hunden zwar so gar nichts anfangen kann, mit ihren nervigen Eltern aber auch nicht Weihnachten verbringen will, denn die fragen immer öfter nach, wo denn der heiß ersehnte Schwiegersohn bliebe. Ihr Geburtstag ist an Heiligabend und dieses Jahr wird sie dreißig – und somit für ihre Eltern schon fast eine alte Jungfer und schwer vermittelbar, aber man gibt die Hoffnung ja nicht auf ... Jetzt wo sie Kurt in Pflege hat, kann sie aber nicht zu den Eltern Weihnachten feiern, der Vater mag Hunde nämlich genauso wenig wie sie.
Ist man nicht absolut schwer von Begriff, weiß man von Anfang an, worauf diese Ausgangssituation hinausläuft, doch zu Weihnachten erwartet man ja auch mal das ein oder andere Happy-End.
Das Buch, passend zur Adventszeit in vierundzwanzig Kapitel unterteilt, lässt sich in einem Rutsch runterlesen und das ganze Konzept mit „Für jeden Tag bis Heiligabend ein Kapitel“ geht flöten.
Ganz nett ist „Der Weihnachtshund“ sicherlich, aber leider auch nicht mehr. Kurts „Herrl“ Max geht mit seinem konfusen Trauma auf die Nerven, Katrin ist einigermaßen sympathisch, dafür nerven ihre Eltern, und Hund Kurt fungiert nur als lockeres Bindeglied und kommt stellenweise zu kurz. Dafür sind dann die Szenen, in denen er sich keinen Zentimeter bewegen mag umso komischer, wenn auch sehr unglaubhaft – die Auflösung des Geheimnisses der permanenten Müdigkeit des Deutsch Drahthaar erfolgt auf der allerletzten Seite und dadurch erscheint sein „Herrl“ Max noch herzloser.
2 von 5 Punkten


Wir danken dem Goldmann Verlag für das uns zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.



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