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Suhrkamp
Taschenbuch, 202 Seiten
ISBN: 978-3-518-45576-0
6,99 €




Kurzer Einblick

Martin David, so sein Tarnname, jagt im Auftrag eines internationalen Konzerns das letzte Exemplar des tasmanischen Tigers und wird bei der Jagd beinahe selbst zum Tier.



Rezension


Erfrischendes erreicht uns aus Down Under. Julia Leigh legt mit ihrem Jäger einen guten Debütroman vor.
Der Großwildjäger M., oder auch seine Tarnidentität Martin David, wird beauftragt, das letzte lebende Exemplar des tasmanischen Tigers zu stellen und zu töten. M. ist ein klassischer Jäger: Ex-Soldat, gut ausgebildet und vor allem,wichtig für dieses Geschäft, skrupellos. Kein Hinweis auf Hinterfragen, kein langweiliges Was-mach-ich-hier-eigentlich lamentieren. Er ist auf sein Ziel fixiert und bleibt es bis zum Schluss, was dem Roman und seiner Hauptfigur keine Glaubwürdigkeit nimmt, sondern ihm im Gegenteil viel davon gibt. Zumal M. kein Unsympath ist, überfordert mit sozialen Riten ist er, zieht die Einsamkeit der Natur der Geselligkeit vor und doch erkennt man Spuren der Sehnsucht nach Gesellschaft und Liebe, die kein Mensch verleugnen kann, selbst der skrupelloseste Killer nicht. Auf den Spuren seines Opfers, zieht es ihn selbst immer weiter in unwegsames Gelände, legt Zwänge und Konventionen ab. Er ist allein und in dieser Einsamkeit wird er Eins mit der Natur. Beginnt wie ein Tier zu denken und nur so gelingt es ihm erfolgreich zu sein.
Der Roman ist knapp bemessen, 200 Seiten müssen reichen. Genau wie M. ist er zielstrebig auf das Ende bedacht ohne unnötig abzuschweifen. Alles ist an seinem Platz, unnötiger Ballast stört bei der Jagd und beim Erzählen und das Ende erreicht man so schnell, wie die Kugel aus M.s Gewehr. Präzise, Eiskalt, nur der Knall bleibt bisher ungehört. Es könnte ein Warnschuss sein: Achtung, hier komme ich und gleichzeitig auch der Startschuss. Leighs zweites Werk Unruhe liegt seit kurzem vor..

Comments

avatar Jasna
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Keine Punktevergabe?
avatar Vanessa
0
 
 
Hallo,

ja, von den Gastrezensenten wünschen wir uns das nur, es ist kein Muss :)

Grüße,
Vanessa
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