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Klett-Cotta

Hardcover, 326 Seiten

19,90 €

ISBN: 9783608938739


Der Inhalt

Galina pendelt jeden Morgen aus der grauen Vorstadt ins Moskauer Zentrum. Ihre jüngere Schwester ist hochschwanger - und eines Morgens plötzlich verschwunden. Nur ein Vogel sitzt noch einsam auf dem Fensterbrett. Jakov, ein junger Polizist, beobachtet beim Frühstück, wie sich ein unscheinbarer Passant ganz plötzlich in einen Raben verwandelt und in den Himmel über Moskau davonfliegt. Der Straßenmaler Fjodor sieht, wie ganze Schwärme von Vögeln aus einer Regenpfütze aufsteigen ...

Wohin sind die vermissten Menschen verschwunden? Was hat es mit den Vögeln auf sich? Die geheimnisvolle Spur führt in den Untergrund, in die verborgenen Wälder, Flüsse und Paläste tief unter den Schienen der Moskauer U-Bahn.

 

Unsere Wertung

Ekaterina Sedia dürfte den meisten Lesern hierzulande eher unbekannt sein und auch der Roman "Die geheime Geschichte Moskaus" ist weit abseits des Fantasymainstreams angesiedelt. Edle Elfen in fernen Ländern werden Leser ebenso vergeblich suchen wie stylische Vampire a la "Twilight" - dafür und dieser Aspekt zeichnet den Roman gleichzeitig aus, bietet "Die geheime Geschichte Moskaus" eine angenehm eigene Linie und ist im "Urban Fantasy"-Bereich anzusiedeln. Und in der Tat mag man Richtung Lukianenko ("Wächter"-Reihe) oder Glukhovsky ("Metro 2033") denken, wenn man sich diese Story vornimmt, denn obgleich es natürlich eine andere Handlung gibt, fällt dieser interessante, russische Schreibstil sofort auf, der sich sich doch in seiner Weise vom europäisch und amerikanischen Stil unterscheidet. Leser, die insofern eine gewisse Neugier mitbringen und gegenüber Neuem auch aufgeschlossen sind, sind klar im Vorteil, da auch die Kerngeschichte, wie bereits erwähnt, keine Elfen-Questen oder große Vampir-Love-Stories beinhaltet. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Wir lernen beispielsweise die Kuh Zemun oder auch Väterchen Frost kennen. Also Charaktere, bei denen man entweder nicht so recht weiss, wo man sie einzuordnen hat oder die man wie beim letzteren Fall eher in eine Kinderecke drängen würde. Doch von Kindergeschichten ist dieser Roman weit entfernt, stattdessen wird der Leser in die Bereiche der russischen Mythologie eingeführt, die manchmal fremdartig, aber niemals langweilig oder abgedroschen klingen. Sedias Stil ist nicht als episch zu bezeichnen - auch der Umfang des knapp über dreihundert Seiten langen Werkes fällt nicht in die Kategorie der "dicken Schinken". Es ist eher eine knackige Geschichte, die auf Kürze und Würze setzt und hin und wieder einen für einige Verhältnisse doch recht sachlichen Stil einsetzt. Wer sich auf diesen Trip einlassen kann und gerne Literatur erlebt, die nicht unbedingt übliche Durchschnittskost verbreitet, sondern geradezu innovativ auf den Leser einwirkt, sollte der geheimen Geschichte Moskaus im Laden mehr als nur einen Blick widmen.

 

3,5 von 5 Punkten

 

Wir danken Klett-Cotta für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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