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cbj
Gebunden, 544 Seiten
ISBN: 978-3-570-13337-8
18,95 €


(Das Buch ist inzwischen bei cbt als Paperback erschienen)



Ein kurzer Einblick

Dunkelheit liegt über der Stadt. Marinus, der Junge ohne Vergangenheit, bewegt sich wie ein lautloser Schatten durch die alte Bibliothek. Er muss das Buch finden. Das Buch, in dem seine Geschichte geschrieben steht …
Seit ewigen Zeiten herrschen die Nocturna über die Stadt, ein Geheimbund, dessen Mitglieder über eine grausame Gabe verfügen: Sie rauben den Menschen ihre Vergangenheit, indem sie ihre Erinnerungen niederschreiben und daraus Bücher von magischer Schönheit schaffen. Zurück bleiben seltsam blasse Wesen, die nicht altern und nicht sterben können. Menschen wie Marinus. Als Marinus auf der Suche nach seiner Geschichte auf die selbstbewusste Apolonia und den Kleinganoven Tigwid trifft, werden die drei hineingezogen in den gefährlichen Machtkampf, der unter den Nocturna entbrannt ist. Denn ein Orakel besagt, dass ein Mädchen wie Apolonia kommen wird, um die düstere Herrschaft der Nocturna zu beenden …



Unsere Bewertung

Fantasy ist oftmals ja leider mit dem Klischee von Elfen, Zwergen und sonstigen fantastischen Wesen behaftet. Da muss ein schwacher Held eine ganze Welt retten und schafft das natürlich immer. Jenny-Mai Nuyens „Nocturna“ ist ebenso fantastisch wie andere Fantasy auch, bewegt sich aber weit jenseits dieser Klischees. „Nocturna“ ist originell und voller Magie, es behandelt die Kraft der Gedanken und Fantasie, wenn auch im klassischen Kampf Gut gegen Böse: Die skrupellosen Dichter, die den Menschen ihr Selbst rauben und es in Büchern festschreiben auf der einen und die Guten auf der anderen, die sich gegen die Dichter stellen.
Die Charaktere in „Nocturna“ sind vielschichtig und haben eine Vergangenheit. Man hat das Gefühl, dass sie auch außerhalb des Buches gelebt haben und nicht nur im Hier und Jetzt der Geschichte existieren. Durch die verschiedenen Perspektiven erhält man beim Lesen Einblick in beide Seiten der sich Bekämpfenden und die Erzählung wird beiden gerecht. Der Seitenwechsel Apolonias ist jedoch etwas unglaubwürdig – zunächst hält sie die Dichter für die Bösen, dann die anderen Motten, ohne groß Fragen zu stellen. Hier fehlen die gewissen Verbindungspunkte, die das Ganze logisch gemacht hätten.

Zieht man einen Vergleich zu Nuyens Erstling „Nijura“, macht sich eine deutliche Steigerung bemerkbar. Bewegte sich die junge Autorin bei ihrem Erstling noch auf klassischerem Terrain, verlässt sie mit „Nocturna“ vorgegebene Bahnen und geht ihren eigenen Weg.

„Nocturna“ sticht zwischen den sonstigen Fantasy-Romanen hervor und wartet mit eigenen Ideen auf, die das Buch zu etwas besonderem machen.



4 von 5 Punkten



Wir danken cbj für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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