Freitag, den 28. Mai 2010 um 10:18 Uhr

Heyne
Softcover, 650 Seiten
ISBN: 9783453526501
14,95 €
Ein kurzer Einblick
Wir schreiben das Jahr 3042. Die Menschheit ist ins Weltall aufgebrochen, doch nicht mit eigener Technik, sondern mit Hilfe von Objekten, die man bei Ausgrabungen auf der Erde gefunden hat: außerirdische Hinterlassenschaften, die zwar funktionieren, deren Funktionsweise die menschlichen Piloten jedoch nur in Ansätzen verstehen. So verläuft die Besiedelung anderer Planeten denkbar chaotisch. Doch dann treffen die Menschen auf eine außerirdische Spezies die Collectors, die anbietet, die menschliche Zivilisation unter ihre Fittiche zu nehmen und in die Gemeinschaft der galaktischen Völker einzuführen. Ein Angebot, das die Menschen nicht ablehnen können - mit katastrophalen Folgen ...
Unsere Bewertung
So etwas leisten sich entweder kleine Verlage, große Verlage mit einer speziellen Nische oder Verlage, die erfolgreiche Autoren wie Markus Heitz beherbergen. In diesem Fall ist es eine Mischung aus Punkt 2 und 3, die uns diesen Roman beschert hat. Worum es geht? Um die gute, alte Science Fiction. Nach der ganzen "romantischer Vampir"-Welle, die die Leserschaft ertränkt, ja schier ersäuft, ist eine waschechte SciFi-Opera geradezu eine kleine Sensation. Das langsame Sterben der Erkunder des Weltalls, die bis ans Ende des Universums reisten, ist ein Genreproblem, das zwar mit diesem Roman nicht gelöst wird - aber einen kleinen Stups könnte es erhalten. Denn Markus Heitz schreibt im Nachwort selbst, dass der Roman lediglich der Anfang eines Kosmos sein soll, dem eine Taschenbuchserie, Comics und ein Pen & Paper-Rollenspiel (auf dem der Roman übrigens auch basiert) folgen sollen. Eine große Aufgabe also, die sich der Schriftsteller vorgenommen hat und der Anfang ist mehr als nur gelungen. "Collector" ist einfach gute Unterhaltung, das muss man bereits zu Beginn festhalten. Als Leser wird man viele Ideen und Ideengerüste bereits aus anderen Romanen kennen, aber Heitz verstand es ein vielschichtiges Universum zu konstruieren, in das die verschiedenen Charaktere, Welten, Organisationen und Handlungen hineinpassen. Und über all diesen Faktoren strebt die Spezies der Collectors, bei der man nett mitraten kann, was diese Fremden mit den Menschen denn vorhaben. Man sollte sich zudem an viele Protagonisten gewöhnen, denn ein großes Universum lebt eben nicht von 2-3 Charakteren, auch wenn es natürlich auch "Hauptcharas" wie Kris oder Faye gibt.
Knapp 650 Seiten Handlung vermögen zu überzeugen, aber es gibt auch paar kleinere Schwachpunkte. So plätschert die Nebenhandlung um Kris' Tochter Soraya ziemlich vor sich hin, auch der Handlungsstrang um Ralda wirkt ein wenig in eine Sackgasse manövriert. Kleine Makel, die dem positiven Ergebnis allerdings keinen Abbruch tun. Die Kapitel haben eine gute Länge, man springt mit den Helden von einem Abschnitt in den nächsten und es gibt selten bis gar nicht langweilige oder langwierige Szenen. Lob auch an den Heyne Verlag, der sich nie von dem Genre Science-Fiction verabschiedet hat und auch dieses Mal wieder beweist, dass man nicht nur im Strom der aktuellen Massenware mitströmen muss.
Mit "Collector" ist Heitz ein mehr als nur solider Auftakt gelungen und wir hoffen, vor allem auch im Sinne der SciFi, dass die Leserschaft diese Leistung honorieren und vielleicht dieses doch etwas stiefmütterlich behandelte Genre unterstützen wird.
4 von 5 Punkten




Wir danken Heyne für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.




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