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Lübbe Verlag
Hardcover, 864 Seiten
ISBN: 978-3785723920
19,99 €


Der Inhalt

Ein Mann erwacht in einem tobenden Schneesturm, umgeben von reißenden Wölfen. Den ersten kann er töten, doch es sind zu viele. Da erscheint ein riesiger weißer Wolf und rettet ihm das Leben. Er weiß, der Name des Wolfs ist Fenrir. Seinen eigenen Namen kennt er nicht. Auf seinem Weg stößt der geheimnisvolle Fremde auf Spuren von Brand und Tod. Hünenhafte Krieger mit goldenen Masken haben den Wagen einer Familie überfallen. Nur die Frau und ihre beiden Kinder konnten sich retten. Sie halten ihn für Thor, den Donnergott. Ihre Reise führt in ein verborgenenes Tal, das legendäre Midgard, einen Ort der Zuflucht und des Friedens in einer vom Krieg zerrissenen Welt. Doch Midgard ist bedroht. Die Krieger des Lichtgottes suchen nach einem Weg in das Tal. Und sie nennen Thor ihren Bruder. In seinen Träumen erinnert sich Thor mehr und mehr an Einzelheiten aus seinem früheren Leben. Ist er ein Ausgestoßener aus der Welt der Götter? Oder hat man ihn geschickt, um den Weg in die letzte Zuflucht der Menschheit zu erkunden - und zu verraten?"


Unsere Wertung

Groß wurde die Asgard-Saga angepriesen. Eine Zusammenarbeit zwischen Wolfgang Hohlbein und Manowar, die den Leser und die Musikfans natürlich in die nordische Götterwelt begleiten sollte. Leider hat dieses Experiment nicht rundherum geklappt. Zwar startet der Roman direkt mit unserem Helden Thor, der plötzlich in einer wortwörtlichen Schneewelt aufwacht, kein Gedächtnis mehr hat und durch die Lande stolpert, wie es bereits auch die Inhaltsangabe etwas spoilert. Also ein durchaus solider Auftakt, der den Leser sofort in eine rustikale und brutale nordische Welt führt und besonders in kalten Winternächten richtig Atmosphäre schaffen könnte. Leider verfällt die Handlung während der vielen Hundert Seiten zeitweilig in eine Art Starre, in der Thor nebst geretteter Familie, die natürlich an ihm klebt, durch das Land zieht, Gespräche führt, Leute kennenlernt und wieder Gespräche führt. Ein paar Kämpfe sind natürlich auch mit dabei. Die Problematik dieser Handlung offenbart sich dann im Detail, denn wie immer wird die Sicht eines über achthundert Seiten dicken Schinkens aus Thors Perspektive geschildert. Sprich, der Leser ist auf Gedeih und Verderb Thors Ansichten unterworfen und kann bei den anderen Charakteren letztendlich nur noch auf den auktorialen Erzähler setzen. Hier hätte vielleicht mal eine parallele Handlung gut getan, die alles etwas auflockert und den Leser an andere Orte wirft oder zumindest einen weiteren Handlungsstrang offenbart, aber da bleibt Hohlbein konservativ und baut die Bücher generell nach seinem Schema immer auf. Die Nebencharaktere wirken nicht ganz ausgereift und zeigen auch relativ wenig Entwicklung. Kritische Stimmen haben bereits die historisch-mythologischen Fehler bemängelt im Roman, doch dies liegt letztendlich im Ermessen des Autoren, der ja eine fiktionale Geschichte aufbaut und sich zudem im Rahmen der Fantasy manifestiert. Vielleicht wurde die Asgard-Saga aber einfach auch nur etwas zu sehr "gehyped" und so bleiben letztendlich auch einige Enttäuschungen im Kopf, wenn man "Thor" beendet hat. Die Asgard-Saga ist kein Reinfall und kein Juwel, sondern siedelt sich irgendwo in der Mitte an. Eine interessante Geschichte, die noch wesentlich interessanter hätte mit ein paar handwerklichen Kniffen (Perspektivwechsel) gestaltet werden können, die nordische Welt, die frei gestaltet wird und Charaktere, wo vor allem die Nebenfiguren leicht blässlich gegenüber Thor wirken.



3 von 5 Punkten

 

Wir danken dem Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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