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Goldmann
Taschenbuch, 445 Seiten
ISBN: 978-3-442-46422-7
8,95 €




Ein kurzer Einblick

Der Turbokapitalismus erreicht die Scheibenwelt. Der Gauner Feucht von Lipwig wird dazu verdonnert, die heruntergekommene Post der Scheibenwelt wieder auf Vordermann zu bringen, denn im alten Postamt von Ankh-Morpork ruht die Arbeit seit vielen Jahren. Feucht ist dabei so erfolgreich, dass er sich den Zorn der Konkurrenz vom Großen Strang der Klacker zuzieht. Ein öffentlicher Wettstreit soll die Entscheidung bringen: „Postkutsche gegen Klacker“ – wer kann eine Nachricht schneller in das zweitausend Meilen entfernte Gennua bringen?


Unsere Bewertung


Zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben, ist tatsächlich alles andere als einfach. Es ist schlichtweg nur gut, in jeglicher Art und Weise.
Schon den ersten Satz musste ich mehrmals lesen und mir immer wieder auf der Zunge zergehen lassen, bevor ich endlich richtig ins Buch starten konnte: „Die Flottillen der Toten segelten auf Flüssen unter Wasser um die Welt.“ Und etwas später dann: „Das Meer ist in vielerlei Hinsicht nur eine nassere Art von Luft.“ Das waren nicht die letzten Textstellen aus dem Buch, die ich mir raus geschrieben habe.

Terry Pratchett ist ein Meister der Details und das zeigt sich auch in diesem Scheibenweltroman wieder. Es ist faszinierend zu sehen, mit welchen Feinheiten die beiden Protagonisten Lipwig und Lord Vetinari ausgestattet sind und wie sie sich entwickeln. Solch gerissene Charaktere kann sich niemand ausdenken – Pratchett erzählt von wahren Figuren aus dem echten Leben.
Und wie immer überträgt er auch die Vorgänge hier auf der Rundwelt einfach auf seine Scheibenwelt. Natürlich nicht, ohne sie vorher mit reichlich Ironie und Sarkasmus zu würzen und den unvergleichlichen ankh-morporkianischen Eigenschaften auszustatten, die das Lesen seiner Bücher so besonders machen, dass man einfach nicht mehr aufhören kann.

Zum Inhalt möchte ich gar nicht mehr sagen als der Buchrücken verrät. Ich kann an dieser Stelle aber versprechen, dass das Buch von vorne bis zur letzten Seite unheimlich spannend und abwechslungsreich ist und ein bisschen auch in Richtung Krimi geht.
Die Geschichte sorgt, wie so viele Scheibenweltromane, für Erkenntnisse – auch für bittere – die sich besonders in Zeiten der Kapitalismuskrise auf uns übertragen lassen.


5 von 5 Punkten

 

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