Dienstag, den 20. Januar 2009 um 17:29 Uhr
Ueberreuter
Hardcover, 350 Seiten
ISBN-13: 978-3800053537
14,95 €
Ein kurzer Einblick
Thor Garson wird von seinem sterbenden Freund ein Amulett anvertraut - es zeigt Quetzalcoatl, den gefiederten Schlangengott der Maya. Von zwielichtigen Gestalten verfolgt, entdeckt Thor bald, was in dem besonderen Schmuckstück steckt, denn einer alten Legende zufolge kann es den Schlangengott wieder zum Leben erwecken. Thor stürzt sich in ein turbulentes Abenteuer und versucht, eine Katastrophe zu verhindern.
Unsere Bewertung
Ein (halber) Archäologe, der einen Hut trägt, eine Peitsche zu schwingen weiss und Abenteuer rund um den Globus in den 30er und 40er Jahren erlebt - jawohl, wer nun an "Indiana Jones" denkt, hat recht. Unser "Jones" heisst "Thor Garson", ist zudem noch Journalist und auch etwas jünger als der berühmte Kollege, der vom Team Lucas/Spielberg erschaffen worden ist. Im Auftakt der Reihe kämpft sich der junge Held durch die Welt der Maya und finstere Mächte.
ACHTUNG! Laut mehreren Berichten im Web soll die Handlung von Thor Garson eine fast 1:1-Kopie des Romans "Indiana Jones und die gefiederte Schlange", der ebenfalls von Wolfgang Hohlbein ist, sein. Dies wurde bereits von mehreren Lesern bestätigt. Also kein unnötiges Geld rauswerfen, weil man offenbar exakt die gleiche Handlung vorgesetzt bekommt! Das geht wesentlich besser, müssen wir kritisieren.
Zunächst einmal ist "Thor Garson" schon etwas fantasy-lastiger als der Film-Indiana Jones - der häufige Vergleich sei hier verziehen, aber die Parallelen drängen dies gradezu auf. Dennoch liegt der Schwerpunkt auf "Abenteuer", was schon löblich zu erwähnen wäre, denn richtige Abenteuerromane sind rar zur Zeit. Leider ist unser Held auch ein wenig "zu" moralisch. Vor allem, was die Frauenwelt betrifft. Wenn man sich für eine etwas heissere Beziehungsszene entscheidet, sollte man entweder den Mut haben sie zu schreiben oder es lassen, aber (wie öfters in Hohlbeinromanen) dann moralische Bedenken gegen "Körperkontakt" zu haben, wirkt einfach lächerlich. Trotz angeführter Gründe. Vor allem weil Thor Garson ein "junger Mann" ist, der sich sogar in die Protagonistin etwas verguckt hat.
Zudem hat der Roman leider nur einen einzigen Handlungsstrang. Nebengleise und überraschende Handlungen werden somit gar nicht erst aufgebaut. Auch wenn "Thor Garson" eine Kopie der Indiana Jones-Romane sein sollte, hätte man hier einfach eingreifen müssen und eine moderne und zeitgemäße Handlungsführung einbauen sollen. So wird einfach chronologisch alles "nachgelesen" ohne wirkliche Wendungen. Auch die (Neben)Charaktere sind alle keine herausragenden Typen und keiner bleibt wirklich in Erinnerung.
Dennoch hat der "Dämonengott" spannende Stellen zu bieten und die Handlung strickt sich so, wie man es in einem Abenteuerroman mit Actionelementen erwartet. Leider gibt es sonst fast nichts mehr zu sagen! Wegen des "Indiana Jones"-Hintergrundes umgibt diese Reihe zudem ein eher düsteres Klima, da "Kopie!"-Rufe bereits durchs Web hallen. Ohne "Copy"-Vorwurf würde "Thor Garson" durch die altertümliche Handlungsführung aber auch kaum über eine 3 Punkte Wertung hinauskommen.
2 von 5 Punkten





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