Samstag, den 28. August 2010 um 08:05 Uhr

Goldmann
Taschenbuch, 352 Seiten
ISBN: 978-3-442-45260-6
8,95 €
Ein kurzer Einblick
Im Opernhaus von Ankh-Morpork huschen geheimnisvolle Gestalten durch die Kulissen und führen Niederträchtiges im Schilde. Wer den sterbenden Schwan auf der Bühne mimt, der lebt gefährlich. Es spukt, und als auch noch ein Mord geschieht, treten die Scheibenwelt-Hexen Oma Wetterwachs und Nanny Ogg auf den Plan...
Unsere Bewertung
Magrat ist nun Königin und somit fehlt zum richtigen Hexenzirkel die dritte Hexe. Leider ist Agnes Nitt, die Nanny Ogg für diesen Posten ins Auge gefasst hatte, nach Ankh-Morpork zur Oper. Und da Nanny Ogg geschäftlich (sie hat ein Kochbuch geschrieben) sowieso in die Stadt muss, geraten sie in die Ereignisse, welche die Oper in Atem halten. Ein Geist geht mordenderweise um – ja, genau wie bei „Das Phantom der Oper“. Die Handlung ist dann auch ähnlich verworren, gegen Ende hin muss man genau lesen, um zu erfahren, wer nun das Phantom war.
Der Handlungsstrang rund um Agnes und die Geschehnisse an der Oper sind oftmals etwas lahm, da hätte man wesentlich mehr rausholen können. Die Charaktere des Operbesitzers und des Musikdirektors geben beispielsweise vor allem schwer zugänglichen unterschwelligen Humor zum Besten. Der Opernbesitzer denkt mehr an Zahlen denn an Kunst und wirkt manches Mal fehl am Platz. Erst als Nanny und Oma mitmischen, wird es wieder witzig und spannender, die anderen Figuren werden von ihrem Charme berührt und aufgewertet. Die Schrulligkeit der Oper hat Pratchett jedoch voll und ganz erfasst, für ihn ist es eine eigene Welt, die nach ihren eigenen Gesetzen spielt.
Dennoch: „Mummenschanz“ fällt im Vergleich zu „Lords und Ladies“ etwas ab – schade, denn hier hätte man noch mehr herauskitzeln können.
3,5 von 5 Punkten
Wir danken Goldmann für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.




Comments
Aber du hast recht, Lords und Ladies fand ich auch cool :)