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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Piper
Paperback, 447 Seiten
ISBN:
9783492702386
16,99 €

 

Ein kurzer Einblick

Willkommen im London des Jahres 1901! Doch dies ist nicht London, wie wir es kennen. Hier regiert Queen Victoria, halb Mensch, halb Maschine. Und ihr Reich ist erfüllt von Luftschiffen, Dampfloks und revolutionären magischen Erfindungen. Tote erheben sich aus ihren Gräbern, und Geister treiben ihr Unwesen als Serienmörder Sir Maurice Newbury, Ermittler im Namen der Krone, muss ein bizarres Verbrechen aufklären und gerät in immer seltsamere Verwicklungen. Und bei seiner Reise in das geheimnisvolle dunkle Herz Londons kann er sich nur auf eines verlassen auf die Schlagfertigkeit seiner unverzichtbaren Assistentin Veronica Hobbes.

 

Bewertung

Ein London also im Jahre 1901, das nicht so ist, wie wir es historisch kennen. So jedenfalls verspricht es die Inhaltsangabe. Nun, dies entspricht teilweise den Tatsachen, denn ein wenig schießt der Werbetext übers Ziel hinaus. Zwar fliegen Luftschiffe über den englischen Himmel und Automaten stampfen durch die Gegend, wie es sich für einen Steampunk Roman gehört, doch allzu "fantastisch" wird es dann doch wieder nicht. George Mann setzt, anders als sein deutscher Kollege Bernd Perlies beispielsweise, nicht auf Magie und Zauberstäbe, sondern erschafft einer Welt, die zwar über die Grenzen der historischen Realität natürlich hinausgeht, aber ohne diese vollständig zu verlassen. Der Hauptaspekt des Romans ist dann doch eher auf der Krimischiene verankert, wenn die Hauptprotagonisten Sir Maurice Newbury und Veronica Hobbes Fälle auflösen müssen, die letztendlich doch alle irgendwie miteinander zusammen zu hängen scheinen. Das ist nun nicht unbedingt der große Oha-Effekt, aber "Affinity Bridge" lebt weniger von Überraschungen und knalliger Action, sondern von der liebevoll aufgebauten Atmosphären und natürlich den "very britishen" Charakteren. Newbury und Hobbes sind die wahren Träger der ganzen Handlung, andere Charaktere, selbst die erwähnte halbroboterhafte Queen Victoria, die 1-2 Gastauftritte hat, verblasst hier. Der Ermittler verkörpert dabei den Typ des britischen Gentlemans, der natürlich nicht nur charmant und eloquent ist, sondern auch ein äußerst gutes Aussehen sein Eigen nennen darf. Die Assistentin Veronica hingegen spielt die Rolle der leicht frechen und smarten Frau eines anbrechenden Jahrhunderts, damit doch ein wenig ihrer Zeit voraus, aber zum fast schon konservativen Newbury ein passender Gegensatz.

 

Fazit

George Mann leistet sich keine groben Schnitzer bei diesem Roman. Die Handlung ist durchdacht, wenn auch nicht wirklich besonders aufregend oder wendungsreich. Hier hätte man weit mehr noch herausholen können, zumal die Auflösung des "Falls" keine wirklich große Überraschung bietet, dazu gibt es auch zu wenig Charaktere. Die Steampunk Atmosphäre wurde interessant aufgebaut und der Autor zeigt, dass der Leser auch gänzlich ohne Zaubersprüche und magische Artefakte in eine Welt eintauchen kann, die zum Träumen einlädt.

3,5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken dem Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.