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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Piper
Paperback, 431 Seiten
ISBN:
9783492701938
16,95 €

 

Ein kurzer Einblick

Seine Verbrechen sind im ganzen Sonnensystem bekannt der Meisterdieb Jean le Flambeur kann sich jedoch an keine seiner Taten erinnern. Was ist mit seinem Gedächtnis geschehen? In wessen Körper steckt er? Und warum rettet ihn die ätherische Kriegerin Mieli aus seiner erbarmungslosen Gefangenschaft? Ausgerechnet in der Stadt des Vergessens soll Jean Antworten finden. Dort wird menschliche Lebenszeit als Währung gehandelt, und Erinnerungen sind der kostbarste Besitz jedes Einwohners. Und weil auf keinem Planeten Verbrechen härter bestraft werden, muss der Meisterdieb ohne Gedächtnis auf dem Mars den brillantesten Coup aller Zeiten durchziehen Ein Abenteuer, das Zeit, Raum und Erinnerungen aus dem Gleichgewicht wirft und zu den wichtigsten Neuerscheinungen des phantastischen Genres zählt.
Bewertung

Krimis aus Schweden sind eine Sache, an die wir uns mittlerweile gewöhnt haben. Mordaufklärung? Geschrieben von einem skandinavischen Autoren? Ja, gerne! Doch Science Fiction aus Finnland bleibt eine Ausnahme. Eine Ausnahme im mehrfachen Sinne, denn das Genre Science Fiction genießt aktuell einen eher zweifelhaften Stand. Große Bestseller gab es sehr lange nicht mehr, wenn schon, dann geben sich die Menschen eher dem visuellen Medium des Kinos hin und schauen "Star Wars", "Star Trek" oder "Avatar", um einige der bekanntesten Beispiele zu nennen. Doch in Buchform ist es schwierig begeisterte SciFi-Anhänger zu mobilisieren.
Umso schöner, wenn Verlage das Genre nicht gänzlich abschreiben und immer wieder Werke hervorbringen, die einer näheren Betrachtung würdig sind. Piper versucht es dieses Jahr mit "Quantum" vom finnischen Schriftsteller Hannu Rajaniemi. Ein Erstlingswerk, das für manchen Leser zur schweren Kost werden könnte, denn Rajaniemi denkt gar nicht an einen einfachen "weichen" Einstieg, der Leser behutsam in fremde Welten entführt. Vielmehr hat man beim Lesen eher das Gefühl die geballte Faust der Science Fiction auf über 400 Seiten geliefert zu bekommen, wenn sich herauskristallisiert, dass ein Fachbegriff den nächsten jagt und sich eine Welt entfaltet, die man im wortwörtlichen Sinne erst einmal verstehen muss, um sich darin überhaupt zurecht zu finden. Man sollte sich also nicht von der so "normal" klingenden Story über einen Dieb im Universum durcheinander bringen lassen - alleine die Eröffnung im, nennen wir es, "Gefängnis" verlangt schon einiges an Vorstellungskraft ab, von dem Mars und den Lebensverhältnissen seiner Bewohner ganz zu schweigen.
Doch man sollte sich als Leser nun nicht abgeschreckt fühlen! Vielmehr reisst uns "Quantum" mal aus der elend gleichen Welt der "Mittelalter"-Fantasy-Romane hinaus und sorgt für den Katapult-Schlag in ein wirklich anderes Universum. Und wer sich da hineinliest, wird eine interessante Handlung erfahren, die mit Charakteren aufwartet, mit denen man sich zwar wirklich nur schwerlich identifizieren könnten, die aber eine Persönlichkeit besitzen weit entfernt von irdischen Maßstäben.
Fazit

"Quantum" ist einer der Romane, der seine Pracht erst eröffnet, wenn man ihm die Gelegenheit dazu bietet. Wir empfehlen für SciFi-Fans und vor allem solche, die es werden wollen: Der vielleicht leicht verwirrende oder schwere Einstieg mag nicht jedermanns Sache sein, doch wenn man mitliest und auch viel mitdenkt, erlebt man eine Welt, die es in den Schmökern von heute nur noch selten zu erfahren gibt.

3,5 von 5 Punkten

 

Wir danken Piper für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.