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cbt
Hardcover, 512 Seiten
ISBN: 978-3-570-16000-8
18,95 €




Ein kurzer Einblick

Wenn der Rabenmond über den Wäldern von Wynter aufsteigt, vollziehen die Herrscher des Reichs ein uraltes Ritual: Sie töten drei Tiere, um sich deren Gestalt und Kräfte anzueignen. Das Geheimnis der Verwandlung verleiht ihnen Unsterblichkeit und grenzenlose Macht.

Als Mion im Wald einen Fuchs erschießt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Zu ihrem Entsetzen verwandelt sich das Tier in einen Jungen mit bernsteinfarbenen Augen: Sie hat Lyrian angegriffen, den Sohn der Tyrannen von Wynter. Auf Mions Tat steht der Tod. Doch Lyrian verliebt sich in Mion und rettet sie. Nicht ahnend, dass das Mädchen von fremden Mächten dazu auserkoren ist, die düstere Herrschaft seiner Familie für immer zu beenden …


Unsere Bewertung

In der Fantasy ist es in den letzten Jahren immer wieder so gewesen, dass man sich entweder in Orks und Elfen gerettet hat oder irgendwelche Jugendliche zur Weltenrettung ausgeschickt hat.
„Rabenmond“ zählt eindeutig zur zweiten Kategorie und doch ist es nicht ganz so platt, denn die Rettung der Welt gestaltet sich hier nicht so eindeutig positiv. Der Sturz der Drachen geht mit Chaos einher und Mion kann in dieser Welt nicht mehr bleiben. Zudem ist sie nicht die einzige, die den Sturz der Drachen hervorruft. Die Menschen erheben sich gegen die Drachen – also durchaus ein politischer Vorgang, auch mit etwas kritischem Ton. Die Kaiserin sagt am Ende Jagu, Mions Meister, dass die Menschen einen Traum vorgespielt haben wollen, dass sie angelogen werden wollen. Eine bemerkenswerte Stelle, da sie weit über das hinausgeht, was die Fantasy normalerweise zu bieten hat. Man sollte diesem Genre zwar seine Ernsthaftigkeit nicht absprechen, doch der Großteil der Romane ist wohl eher der seichteren Unterhaltungsliteratur zuzuordnen und man muss innovative Ideen leider oftmals suchen – trotz der unendlichen Möglichkeiten, die den Autoren zur Verfügung stehen.
Das angenehmste in „Rabenmond“ ist jedoch die unterschwellige Zugehörigkeit zur Fantasy. Das einzige, was offensichtlich zu sein scheint, sind die „Drachen“, die jedoch nicht das sind, was man sich sonst unter einem Drachen vorstellt. Auch der Gestaltwandel ist phantastisch, aber er drängt sich nicht so auf wie Armeen von Elfen oder Zwergen.  

Ansonsten ist „Rabenmond“ zeitweilig etwas langwierig, nicht zäh, aber man muss Geduld mitbringen. Erst auf den letzten hundertfünfzig Seiten kommt die Geschichte ins Rollen. Trotzdem liest es sich sehr nett und ist wohl besonders für Fantasyliebhaber ein Vergnügen.


3,5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken dem cbt Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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