Dienstag, den 06. Dezember 2011 um 18:05 Uhr

HEYNE Verlag
Taschenbuch, 478 Seiten
ISBN: 9783453533752
8,99 €
Ein kurzer Einblick
Ein gewaltiges Raumschiff gleitet durch das All, ohne Lebenszeichen und mit unbekanntem Ziel. Doch dann erwacht in einem der Lagerräume ein Mensch. Nackt und frierend findet er sich in einem Schiff voll tödlicher Gefahren wieder. Im Kampf mit schattenhaften Monstern und verräterischen Illusionen sucht er verzweifelt nach Antworten: Wer bin ich? Wohin fliegt dieses Schiff? Und: Werde ich überleben?
Unsere Wertung
Greg Bear ist ein alter Bekannter in der SciFi-Zone der Literatur. Der US-Amerikaner schuf bereits einige Werke und Reihen, die bis heute in den Köpfen der treuen Gemeinschaft herumspuken. Ein alter Bekannter ist übrigens auch die Handlung dieses Romans. Ein Raumschiff treibt also durchs All und ein aus dem Kryoschlaf erwachter Mensch fragt sich, wo er ist und wer er eigentlich ist? Diese fast schon stereotypische Amnesie, die dem "Helden" verpasst wird, ist nun wirklich nicht gerade oscarverdächtig. Doch darüber könnte man noch gnädig hinwegsehen, da es schließlich ein gern gewähltes Spannungsmittel ist. Würde doch nur die Spannung auch aufrecht erhalten werden. Trotz dieses zwar altbekannten aber Spannung versprechenden Szenarios gelingt es Bear einfach nicht die Spannungskurve zu stricken, nach der die Geschichte schier zu schreien scheint. Der Protagonist und einige aufgesammelte, mysteriöse Helfer laufen durch das Schiff und ... laufen und laufen! Diese Odysee erstreckt sich fast durch den ganzen Roman und obwohl sich nach den vielen Seiten mehr und mehr ein Bild herauskristallisiert, um was es sich bei dem Schiff handeln "könnte", muss man zunächst einmal bis zu diesem Punkt durchhalten. Etwas Mühe sollte jeder Leser zudem "mitbringen", denn einige technische Facetten und Szenarien des Schiffes bedürfen einiger Vorstellungskraft, aber das ist man bei klassischen SciFi-Romanen eigentlich schon recht gewohnt. Die Charaktere wirken zu fremdartig, um sich wirklich mit ihnen identifizieren zu können. Eine große Bindung kann man eigentlich nicht wirklich zu den Protagonisten aufbauen. Letztendlich kann man bei diesem Buch einfach nur von einer vergebenen Chance sprechen! Die Geschichte bietet viel mehr Potential, aber es fehlt vor allem an einem Klimax, der davor obligatorischen Spannungskurve und plastischeren Charakteren. Kein sonderlich großer Wurf.
2.5 von 5 Punkten
Wir danken HEYNE für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



