Samstag, den 14. November 2009 um 01:05 Uhr

Lübbe
ISBN:
978-3-7857-6000-0
(3-7857-6000-0)
Hardcover/broschiert
896 Seiten
Preis: 18,95 EUR (D)
Inhalt
Eine Mischung von Go und Mensch-ärgere-dich-nicht, so ähnlich ist das Brettspiel, das Jed DeLanda von seiner Mutter geerbt hat. Jed benutzt es dazu, um an der Börse zu spekulieren, und dies mit beträchtlichem Erfolg. Bis eines Tages die reiche, exzentrische Marena Park, TV-Moderatorin und Computerspiel-Designerin, in sein Leben tritt. Sie zeigt ihm Bilder von einem alten Maya-Codex, der mit modernsten technischen Mitteln lesbar gemacht werden konnte. Die Maya waren besessen von Zahlen. Sie spielten das gleiche Spiel wie Jed, aber in einer unvorstellbar größeren Komplexität. Sie hatten ihren eigenen Untergang vorausgesehen. Sie berechneten die großen Katastrophen der Menschheit voraus, bis zu dem Tag, an dem alles endet. Dem 21. Dezember 2012. Die Endzeit wirft ihre Schatten voraus. Eine Seuche sucht Amerika heim. Während die USA in Chaos und Anarchie versinken, macht sich Joe auf eine fantastische Reise. Er muss den Schritt zurück in die Zeit wagen, als die Hochkultur der Maya noch blühte. Er muss selbst das große Spiel spielen, um zu sehen, ob die Menschheit noch eine Chance hat.
Unsere Wertung
Roland Emmerich hat alles aus seiner Effektbox herausgeholt, was halbwegs nach Zerstörung, Katastrophen und Chaos roch und "2012" ins Kino einschlagen lassen. Die Kritiken sahen meistens so aus, dass man die Bildgewalt und Spezialeffekte lobte, aber Charaktere und Storyline brachten kaum ein müdes Lächeln auf die Lippen der Zuschauer. Warum wir diesen Film hier erwähnen? Weil es mit Brian D'Amatos Werk ähnlich aussieht, nur ein wenig umgekehrt. Anstatt einer rasanten Handlung, in der wenigstens die Textgewalt stimmt, fährt der Leser erst einmal lange Zeit in ruhigen Gewässern und sieht sich einer Mischung aus wissenschaftlich bis pseudo-wissenschaftlichem Kontext ausgesetzt, in dessen Zentrum es dann irgendwann so halbwegs mit einem Weltuntergang losgeht - naja, sagen wir doch lieber mit einer Katastrophe. Der Stil ist nicht jedermanns Sache und man hat ein wenig das Gefühl, als würde der Autor einen Roman a la Michael Crichton kreieren wollen - wissenschaftlich, interessant und spannend zugleich. Doch dies gelingt höchstens in Ansätzen, denn das Thema "Maya Kalendar und 2012" ist zwar interessant wie eh und je, aber für einen packenden Mystery-Thriller ist "2012" eindeutig zu schwerfällig geraten und einige Charaktere und Settings fallen einfach zu stereotyp aus - dass es einen reichen Konzern gibt, der dem Geheimnis der Mayas auf der Spur ist und der "Held" reinstolpert, brauchen wir nicht zu erwähnen, denke ich. Diese Idee wirkt inzwischen so inflationär, wird aber auch von Top-Autoren immer wieder gerne verwendet. Letztendlich bleibt ein Werk, das mit einem großen "Hype"-Schlag den Buchmarkt erobern wollte, doch dazu spricht "2012" trotz des starken Ausgangsstoffs zu wenig Leser aufgrund der erwähnten Mängel wie Charaktere oder Handlungsstruktur an. Und leistet sich eben jene Patzer, die diesen Roman zwar nicht gerade in einer Katastrophe enden lassen, aber ihn auch nicht aus dem Ozean der Literatur emporzuheben vermögen.
2,5 von 5 Punkten
Wir danken Lübbe für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.




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