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Klett-Cotta
Gebunden, 1295 Seiten
ISBN: 978-3-608-93828-9
Einführungspreis bis 15.02.2010: 39,90 €; ab 16.02.2010: 48,00 €




Unsere Bewertung

Ein „kurzer Einblick“ in den „Herrn der Ringe“ braucht es wohl nicht, denn die Geschichte ist spätestens durch die oscarprämierte Filmtrilogie Peter Jacksons bekannt. In dieser Rezension soll es auch weniger um den Inhalt, um die Story gehen, sondern mehr um die Ausstattung dieser neuen Ausgabe. Ausnahmsweise steht also die Verpackung im Vordergrund ...
Zunächst fällt natürlich die neue Gestaltung des Schutzumschlags auf, die ganz auf die Feuer Mordors zugeschnitten ist – genau wie auch bei der Innengestaltung. Etwas lieblos kommt der Umschlag allerdings doch daher, er wirkt etwas zu „normal“ im Vergleich zur restlichen Ausstattung des Buches, die ja an eine Bibel erinnert (roter Buchschnitt, zwei Lesebändchen, Leinen, usw. usf.). Die Gestaltung des Buchinneren ist sehr stimmig und wird konsequent fortgeführt, die einzelnen Bücher, in die das Buch unterteilt ist, beginnen mit einer bemalten Doppelseite – alles im Flammendesign. Da hat man wohl versucht, das Buch etwas „aufzumöbeln“ und moderner zu gestalten und außerdem etwas an die Filmtrilogie anzupassen. Eine nette Idee, wäre aber nicht mal notwenig gewesen, denn die alten Ausgaben des "Herrn der Ringe" waren genauso schön.

Dicke Pluspunkte gibt es dafür, dass man sich dazu entschlossen hat, wieder die alte Übersetzung statt der neuen zu nehmen. Wolfgang Krege hatte seinerzeit zwar edle Absichten gehabt, als er den „Herrn der Ringe“ neu übersetze, doch das ging teils auch nach hinten los. Sam seinen Herrn Frodo „Chef“ betiteln zu lassen, geht einfach an der Atmosphäre vorbei, zerstört sie sogar. Carroux' Übersetzung mag etwas „altmodischer“ sein, ist jedoch auch wesentlich stimmungsvoller und gediegener – also passender. Selbstredend finden sich in der vorliegenden Ausgabe auch die gesamten Anhänge - wie immer bei der "roten" Ausgabe.

Zum Inhalt muss man nicht viel sagen. „Der Herr der Ringe“ ist ein Schinken, das kann man nicht schön reden, und zwar ein Schinken mit einigen schriftstellerischen Schnitzern, die zeigen, dass Tolkien von Hause aus eben kein Schriftsteller war. Beispielsweise lässt er zwei Handlungsstränge im zweiten Buch nacheinander verlaufen, statt sie – wie Peter Jackson das in seiner Verfilmung macht – parallel laufen zu lassen, um die Spannung zu erhöhen. Leicht zu lesen ist das Buch nicht unbedingt, aber das mag auch Geschmackssache sein. Trotz aller Fehler ist es jedoch ein Stück Weltliteratur, das viele nachkommende Autoren beeinflusst hat.

Wer noch keine Ausgabe des "Herrn der Ringe" sein eigen nennt, kann hier zugreifen, aber man sollte schnell sein: Bis zum 15. Februar gibt es das Buch für 39,90 € zum Einführungspreis, danach kostet es 48 €.

 

3,5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken Klett-Cotta für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

 

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