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Carlsen

Gebunden mit Schutzumschlag, 496 Seiten

ISBN: 978-3-551-58210-2

19,90 €

 

Kurzer Einblick:

"Er schien plötzlich nicht zu wissen, was er sagen sollte, schaute nach unten und spielte mit seinen Ringen. Er holte Luft und rieb sich den Kopf, und als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl, seine Augen seien nackt, sie könne direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen. Sie wusste, was er sagen würde."

Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist - sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet: Sie hat die Gabe des Tötens.
Nur Bo, der fremde Prinz, scheint keine Angst vor ihr zu haben und ringt beharrlich und mit viel Geduld um ihr Vertrauen.
Im Kampf gegen einen König mit einer teuflischen Gabe werden sie auf ihrem gemeinsamen Weg durch Schnee und Eis, über Meere und Gebirgsketten zu Verbündeten - und zu einem leidenschaftlichen, unabhängigen, innigen, streitenden, liebenden Paar.

 

Unsere Meinung:

In manchen Büchern werden sie Mutanten, Menschen mit Superkräften oder auch Missbildungen genannt. Kristin Cashore nennt sie anders. Ihr Buch handelt von „Beschenkten“. Menschen mit spezifischen Kräften, die an ihren beiden unterschiedlichen Augenfarben zu erkennen sind. Die Hauptprotagonistin Lady Katsa hat so eine Kraft oder auch Gabe, wie es in diesem Buch heißt. Sie ist besonders gut darin, Menschen Schmerzen zuzufügen und zu töten. Diese Gabe nutzt auch ihr Onkel aus und schickt Katsa dorthin, wo es unangenehme Aufträge zu erledigen gibt. Aber Katsa hat bald genug davon und beginnt ihrem Leben eine Wendung zu geben.
Kristin Cashore hat mit Lady Katsa einen interessanten, aber leider manchmal unausgegorenen Charakter geschaffen. Es hat lange gedauert, bis mir die Hauptprotagonistin sympathisch wurde. Am Anfang empfand ich sie als etwas nervend und irgendwie sehr naiv. Das hat sich aber spätestens gegeben, als sie ihren eigenen Weg gegangen ist. Von da an wurde sie mir sympathischer. Leider kann ich das nicht von allen Charakteren in diesem Buch behaupten. Der unglaubwürdigste Charakter war für mich Prinzessin Bitterblue. Alleine dieser Name lässt einen „bitteren“ Geschmack zurück. Auch ihr Verhalten nach dem Tod ihrer Mutter, fand ich sehr ungewöhnlich. Nun mag es daran liegen, was sie schon alles in ihrer Kindheit durchmachen musste, aber dies wurde dem Leser leider nicht näher gebracht. Schade fand ich auch, dass manche Charaktere, die durchaus Potenzial hatten und besonders charismatisch waren, nicht weiter verfolgt wurden. So hätte ich zum Beispiel gerne gewusst, was aus Katsas Cousin Raffin geworden ist und wie er sich weiterentwickelt. Interessant fand ich dagegen Randa, Katsas Onkel. Bei ihm kann man wirklich das Wort „Widerling“ benutzen und Cashore hat ihn sehr gut beschrieben. Selbst jetzt, wo ich über ihn schreibe, werde ich wütend, dass er seine Macht ausnutzt und Menschen als Schachfiguren behandelt. Zwar kommt Randa nicht lange in dem Buch vor, er macht aber auf den Leser einen besonderen Eindruck. Manchmal sind es gerade die Bösewichte, die mehr Eindruck hinterlassen, als die guten Charaktere und bei diesem Buch trifft diese Aussage zu.
Eine andere überraschende Eigenschaft des Buches war, dass es nicht abrupt nach dem Plot geendet hat. Cashore hat die Geschichte noch weiter ausgeführt und so gesehen einen etwas längeren Epilog geschrieben. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch, sondern führt eher dazu, dass man noch mehr in ihr versinkt. Katsa muss nicht nur gegen einen mächtigen Gegner kämpfen, sondern sie muss sich auch mit der Liebe auseinandersetzen und den Menschen, die sie umgeben. Diese Wandlung hat Cashore zum Schluss sehr gut dargestellt und hier merkt man erst, welche Entwicklung Katsa durchgemacht hat.
Die Beschenkte ist ein Buch, welches man gut lesen kann. Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen. Zwar stolpert man in manchen Passagen, zum Beispiel über putzige Namen oder über doch etwas übertriebene Handlungen, aber im Ganzen gesehen bietet das Buch unterhaltsame Fantasy, welche man gut lesen kann.

3 von 5 Punkten

 

Wir danken dem Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 


 

Comments

avatar Mira
0
 
 
so weit ich das aber mit bekommen hab, soll es da wohl eine Vortsetzung von geben.

Ich bin jedenfalls noch weiter gespannt die hälfte hab ich schon mal gelsen :)
avatar Jana
0
 
 
Ja, über diese News bin ich auch schon gestolpert. Genug offene Fragen und genug interessante Charaktere sind ja vorhanden.
avatar Eilana
0
 
 
Ich hoffe das es wirklich eine Fortsetzung gibt. Schön wäre es.
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