Donnerstag, den 07. Januar 2010 um 20:30 Uhr

Otherworld
800 Seiten
13,5 x 21,5 cm Hardcover mit Schutzumschlag
€ 19,95
ISBN 978-3-8000-9503-2
Inhalt
Aufgewachsen in den Favelas von Rio kennt Pia den täglichen Kampf ums Überleben und plant einen Coup, um an Geld zu kommen. Dabei geht so ziemlich alles schief – und mehr als das: Pia wird plötzlich in eine winterliche mittelalterliche Welt katapultiert. Nur langsam fügt sich das verwirrende Puzzle: Pia ist in WeißWald gelandet. Einst herrschte hier Krieg zwischen Elfen und Menschen, der mit dem Verschwinden der Elfen und einer Prophezeiung endete. Prinzessin Gaylen wird wiederkehren und mit ihr die Kraft des alten Elfenzaubers. Eine Prophezeiung, die für Pia alles verändert, denn schließlich ist sie es, die man in WeißWald einfach nur „Gaylen“ nennt …
Unsere Wertung
Ein Mädchen, das in eine Fantasywelt gerissen und dort für eine Prinzessin gehalten wird? Ein Stopschild für alle, die sich bereits gelangweilt abwenden und „So eine banale Geschichte“ denken. Denn mit dem flüssigen Schreibstil des Autors und gewürzt mit einer intensiven Atmosphäre wird hier der Auftakt zu einem interessanten Epos erschaffen, den nicht alle Bücher bieten können. Wolfgang Hohlbein legt bei diesem Roman sehr viel Wert auf die Charaktere und lässt sich auch viel Zeit für die persönlichen Aspekte und Gedanken – selbstverständlich in erster Linie für den Hauptcharakter, aus dessen Sicht die gesamte Geschichte erzählt wird. Also auch beim x-ten Hohlbeinroman werden wir keine überraschten Augen machen, dass plötzlich die Perspektive wechseln sollte. Hier bleibt der Schriftsteller seiner Linie treu und erlaubt sich keine Experimente. Dennoch kommen auch die anderen Protagonisten nicht zu kurz, wie beispielsweise die treue Weggefährtin Alica oder der Erzfeind Hernandez und anstelle dauernder Schlachten und Gefechte, geht „Elfenblut“ eher Richtung Dialoge und zwischenmenschlicher Handlung. Doch auch jene erwähnten „Actionszenen“ kommen vor, fein justiert an den richtigen Stellen, um auch den Lesern etwas zu bieten, die gut choreographierte Kämpfe nicht zu missen mögen. Einen kleinen wenig nervt es manchmal, wenn die recht sympathische Pia urplötzlich Kampftechniken beherrscht und nicht weiss, wieso oder warum – das Ganze wirkt dann doch etwas übertrieben, aber sollte sie tatsächlich die Prinzessin sein, dürfte es sich ja von selbst erklären, denn auch königliche Hoheiten müssen sich ihrer Haut selbst erwehren. Ein wenig mehr Abwechslung hätte es vielleicht noch geben können, da die Handlung doch an einem Ort eigentlich nur spielt und manchmal ein wenig zu stagnieren droht, doch letztendlich geht es zwar nicht bombastisch aber in gut erzählter Weise weiter. „Elfenblut“ ist ein gelungener Auftakt einer neuen Chronik-Reihe und macht eigentlich nicht viele Sachen falsch, da er sich an bewährte Fantasy-Rezepte hält.
3,5 von 5 Punkten







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