Samstag, den 09. Januar 2010 um 19:15 Uhr

- Verlag: (Heyne)
- 2009
- Seitenzahl: 523
- Deutsch
- 19,95 Euro
Inhalt
New York, Flughafen. Eine Maschine aus Europa landet – und bleibt plötzlich stehen. Die Lichter gehen aus, nichts rührt sich mehr. Was ist geschehen? Ein Terroranschlag? Eine Seuche? Oder etwas ganz und gar Unvorstellbares…
Für Ephraim Goodweather, den Chef des New Yorker Seuchenpräventionsteams, ist es keine Nacht wie jede andere. Für die gesamte Menschheit ist es keine Nacht wie jede andere. In dieser Nacht kommt auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen eine gerade gelandete Maschine unvermittelt zum Stehen, der Pilot bricht den Funkverkehr ab, alle Lichter erlöschen. Goodweather trommelt seine Leute zusammen, und gemeinsam betreten sie das Flugzeug. Es bietet sich ihnen ein gespenstisches Bild: Die Passagiere sitzen aufrecht in ihren Sesseln und rühren sich nicht. Als Goodweather näher herangeht, bemerkt er bei allen einen kleinen Schnitt am Hals. Und er macht eine weitere unglaubliche Entdeckung: Die Passagiere leben – aber sie sind keine Menschen mehr... Nein, es ist keine Nacht wie jede andere: In dieser Nacht beginnt der epische Kampf gegen das Böse, das gekommen ist, um New York zu erobern. Und nicht nur diese Stadt, sondern die ganze Welt.
Unsere Wertung
Als Filmkenner macht man zunächst einmal große Augen – ist es tatsächlich Del Toro? DER Del Tor, der hier mit einem Buch seinen Quereinstieg feiert und sich neben der Filmbranche nun auch im Kreise der Leseratten versucht? Tatsächlich! Der Regisseur von „Pans Labyrinth“ und „Hellboy 2“, der bereits in seinen Filmen wunderbar bewiesen hat, dass er Fantasy der etwas anderen Art erschaffen kann, die zu begeistern imstande ist, wagt sich tatsächlich an einen Horrorthriller. „Die Saat“ beginnt spannungsgeladen und beim Lesen hat man immer wieder ein Gefühl, als wenn man an einem Filmset wäre und die gelandete Maschine vor Augen hätte. Hier kommen die Einflüsse des Regisseurs besonders deutlich zur Geltung. Als Leser weiss man kaum, was vor sich geht und harrt der Dinge, die da folgen mögen. Für einen Horrorroman und wir nennen diese Mischung aus Fantasy und Thriller einfach mal Horror, ein Anfang, der alles richtig macht. Zum anderen sprechen wir von einem Horrorroman, weil manch ein Leser hier vielleicht vergeblich nach einer Liebesgeschichte suchen wird, die andere Romane wie „Twilight“ beherbergen. Es gibt zwar eine Art Beziehung, die der Protagonist Eph beschreibt, aber sie ist eher ein Nebenstrang. Die ersten längeren Gesichter mag es bei der Auflösung des Flugzeugrätsels geben, denn dann startet der eigentliche Roman erst – ein Vampirroman. Enttäuschung wäre das falsche Wort, denn Vampire sind zur Zeit absolut „in“, aber nach den vielen, innovativen Ideen hätte man sich von einem Mann wie Del Toro vielleicht hier einen Ticken mehr erwartet als diese doch sehr klassischen Wesen. Klassisch wirkt auch der Charakter des Setrakian, einem alten Vampirjäger, der ziemlich an Dr. Abraham Van Helsing erinnert und Eph mit Rat und Tat zur Seite steht. Ansonsten wirken die Charaktere nicht wirklich allzu tiefgreifend, Del Toro und Hogan verlegten sich doch eher auf Parts, wo die Action und Spannungskurve lieber aufrecht erhalten werden soll. So erlebt der Leser eine Jagd durch ganz New York City, vom Vampirvirus infizierte Menschen, viele Todesfälle und natürlich ein Antagonist, den wir mal mal den „Meister“ nennen, der das Böse verkörpert und natürlich irgendwo erst NY und dann den Rest Amerikas überrennen möchte. Die Charaktere wirken wie erwähnt nicht wirklich ausgereift und passen eher in einen typischen Hollywood-Blockbuster, als einen modernen Roman. Manchmal wird auch zu sehr Wert auf Action gelegt und die Geschichte des „Meisters“ und Setrakians in der Vergangenheit etwas aufgesetzt. Das Duo hat eine thematisch klassisch anmutende Idee in ein modernes Gewand gepackt und sie mit allen Raffinessen der modernen Erzähltechnik versiert mit Action, einem guten Maß an Spannung, wenn auch nicht überragend und Kapiteln, wo immer mal wieder die Perspektive wechselt. Letztendlich ein guter Roman, der allerdings mehr Potential hätte.
3,5 von 5 Punkten




Wir danken Heyne für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.




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