Montag, den 11. Januar 2010 um 13:51 Uhr

Paperback
528 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-53301-1
€ 14,00
Der Inhalt
Wir schreiben das Jahr 2034. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des U-Bahn-Netzes zurückgezogen und dort eine neue Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat ...
An der Station Sewastopolskaja, die seit Tagen von der Verbindung zur Großen Metro abgeschnitten ist, taucht der geheimnisvolle Brigadier Hunter auf. Er nimmt den einsamen Kampf gegen die dunkle Bedrohung auf, der sich die Bewohner der Metro gegenübersehen, und bricht zu einer gefährlichen Expedition in die Tiefen des Tunnelsystems auf. An seiner Seite steht Homer, ein alter, erfahrener Stationsbewohner, der die Metro und ihre Legenden kennt wie kein anderer – und der seine Lebensaufgabe darin sieht, ihre Geschichte aufzuschreiben. Als die beiden auf die 17-jährige Sascha treffen, glaubt Homer, er habe in dem gebrochenen Helden und dem Mädchen das perfekte Paar für sein Epos gefunden – aber er darf sie in der Gefahr keine Sekunde aus den Augen lassen.
Dies sind die Abenteuer von Hunter, ehemaliger Soldat und nun einsamer Kämpfer gegen die dunkle Bedrohung, der sich die Bewohner der Metro gegenübersehen.
Unsere Wertung
Einmal mehr wagen wir uns mit dem russischen Autoren Dmitry Glukhovsky in die Abgründe der Moskauer Metro und in die Abgründe menschlicher Seelen. "Metro 2034" ist ein Roman, der vor allem von seiner Atmosphäre profitiert und diese Stärke gekonnt ausspielt. Das besondere Setting der riesigen Metro mit ihren Stationen, die Siedlungen oder manchmal auch kleinen, unterirdischen Städten gleichen, ist relativ unverbraucht und konnte bereits im Vorgänger "Metro 2033" auf voller Linie punkten. Problematischer wird es schon bei der Geschichte, die den Leser diesmal nicht so recht mitzureißen vermag wie noch im Prequel. Die Charaktere wie der geheimnisvolle Brigadier Hunter, der sehr dichterische Homer oder auch das junge Mädchen Sascha wurden diesmal ein wenig zu künstlich in die Geschichte implementiert, ja "hinein konstruiert". Jeden dieser Protagonisten umgibt zwar eine besondere Eigenschaft oder eine Art Geheimnis, aber gleich drei Charaktere, die sich in der Metro finden, sind einfach ein wenig zuviel des Guten. Auch sonst wirkt die Handlung ein wenig aufgesetzt, um nicht zu sagen dünn - man merkt, dass der Schriftsteller hier eher auf seine Hauptdarsteller eingehen wollte, als auf besondere Handlungsstränge. Dank des erwähnten Settings bleibt dennoch ein ordentliches Maß an Spannung, das allerdings nicht mehr an "Metro 2033" heranreicht, wo man noch viel mehr mitgefiebert hat. Wer übrigens intermedial ein wenig agieren möchte, kann auf das PC-Spiel "Metro 2033" warten, das zur Zeit programmiert wird und in diesem Jahr wohl erscheinen wird. Da "sieht" man zum ersten Mal die Metro und Welt von 2033, die sich der Autor erdacht hat. Abschließend kann man sagen, dass "Metro 2034" noch von den guten Kernideen des Schriftstellers profitiert und sicherleich kein schlechter Roman ist - die Charakterebene und vor allem die manchmal teils konfuse Handlung erlauben jedoch diesmal keine luftigen Höhensprünge.
3 von 5 Punkten






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