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Rowohlt
Taschenbuch, 272 Seiten
ISBN: 978-3-499-21516-2
12,95 €




Rezension

Changeling ist der Debütroman von Steve Feasey und erzählt im ersten Teil die Geschichte des 14jährigen Trey Laporte. Trey lebt in einem Waisenhaus, nachdem seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Zumindest hat man ihm das erzählt. Denn was Trey noch nicht ahnt, er ist der letzte reinrassige Werwolf, den es auf Erden gibt.

Nachdem er sich das erste Mal unbeabsichtigt verwandelt hat, beginnt auch schon eine Irrfahrt, der er sich nicht entziehen kann. Sein vermeintlicher Onkel Lucien holt ihn zu sich in sein Luxusapartment, eröffnet ihm, dass der selber ein Vampir und seine Tochter Alexa ein Halbling ist, und er lernt den nach außen hin grobschlächtigen und doch überaus freundlichen Iren Tom kennen. Mit Hilfe seiner neuen Freunde lernt er die Welt mit anderen Augen zu sehen und muss sich seiner Gefühle über seine Herkunft und auch Alexa gegenüber bewusst machen. Denn als Caliban, Luciens Bruder, Alexa entführt, um an Trey heranzukommen, gilt es, nicht zu zögern, denn sonst könnte nicht nur seine neue Freundin verloren sein, sondern bald auch die ganze Welt in Trümmern liegen...

Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet. Der vor dem Vollmond knieende Werwolf zieht bereits die Blicke des Lesers auf sich und auch die Krallenabdrücke bei jedem neuen Kapitel passen sehr gut zum Thema des Romans. Die Sprache ist einfach gehalten, was dazu führt, dass man das Buch in relativ kurzer Zeit lesen kann, ohne sich hinterher zu ärgern, dass man die Hälfte überlesen hat. Dank des allwissenden Erzählerstils hat der Leser Einblicke in alle Charaktere, was, meiner Meinung nach, sehr gut ist, denn dadurch wird eine besondere Atmosphäre geschaffen.

Steve Feasey hat in seinem Roman alte, aber auch neue Elemente des Werwolf-Vampir-Mythos verwendet. Die Tatsache, dass ein Kind wegen einer Prophezeiung umgebracht werden soll, überlebt, doch schließlich ohne Eltern aufwachsen muss, kommt einem ebenso bekannt vor, wie der absolute Bösewicht, der alle Macht an sich reißen will. Doch das Freundschaftselement, dass ein Werwolf sich dermaßen eng an einen normalerweise Blutsfeind seiner Rasse bindet, dass dieser letztendlich wie ein Vater zu dem Sohn seines ermordeten Freundes ist, lässt die Geschichte zu etwas Besonderem werden. Auch zeigt es in eindrucksvollen Bildern, dass Blut nicht immer stärker ist als Wasser. Denn hier zählt der freie Wille. Wie sonst könnte sich Lucien, der seit über 200 Jahren als Vampir existiert, sich gegen sein eigen Fleisch und Blut, seinen Bruder, stellen?

Mein Fazit zu diesen Buch ist, dass ich mich riesig auf den nächsten Band freue und hoffe, dass es nicht nur bei einem bleibt.

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