Interview online!

Unser Interview mit Dagmar Trodler ist online!

Legimus im Web

Twitter: Legimus Facebook: pages/Legimus/146329101427?ref=nf StudiVZ: /Groups/Overview/4a4f55b1b0a429c0 RSS Feed: index.php?format=feed&type=rss

Knaur
Gebunden, 576 Seiten
ISBN: 978-3-426-66257-1
16,95 €




Ein kurzer Einblick

Augsburg im ausgehenden Mittelalter: Die junge Anna entspricht nicht gerade dem Schönheitsideal ihrer Zeit, aber mit Klugheit und Witz schlägt sie sich tapfer durchs Leben. Als sie das Opfer einer Intrige wird, wird sie aus ihrer geliebten Heimatstadt verjagt …

Bei Oda, einem alten Kräuterweib, das mitten im Wald lebt, findet sie Aufnahme und lernt bei ihr alles über die heilende Kraft der Natur. Nur Oda ist es zu verdanken, dass Anna schließlich nach Augsburg zurückkehren darf. Doch bald droht neues Unheil, denn durch einen unglücklichen Zufall kommt das Gerücht auf, Anna sei eine Hungerheilige und ernähre sich allein von der geweihten Hostie.
Mehrfach versucht Anna den Irrtum richtigzustellen, doch der Glaube ihrer Mitbürger, die ihre klugen Ratschläge und ihre Heilkunst zu schätzen wissen, ist stärker. Bald pilgern die Menschen von weit her zu ihr, von der sie sich Genesung und Trost erhoffen. Doch auch eine vermeintliche Heilige ist nicht gefeit gegen die Liebe: Der reiche Kaufmann Anton Welser ist nicht nur von Annas ungewöhnlicher Klugheit fasziniert.



Unsere Bewertung

Annas Geschichte ist im Klappentext schon mehr als ergiebig geschildert. Viel hinzuzufügen ist da nicht, immer wieder geht es darum, dass Anna den Irrtum aufklären will, sie sei eine Hungerheilige, und es am Ende doch wieder nicht schafft. Das sind dann auch die berühmten Längen, die einem Roman Minuspunkte einheimsen. Das ewige Hin und Her scheint teils etwas albern, besonders da das wirkliche Ausmaß einer solchen „Lüge“ oftmals nicht ganz klar wird – vorzuspielen, eine Heilige zu sein, hatte sicher nicht solch amüsante Züge.
Das Buch folgt übrigens einer historischen Begebenheit, die einem historischen Roman immer eine gewisse Authentizität verleiht. Die Frage ist da natürlich, ob die Liebesgeschichte zwischen Anna und Anton auch historisch ist, denn die verleiht dem Buch natürlich wie immer eine leserfreundliche Handlung – bei historischen Romanen ist es inzwischen ja gang und gäbe, sich auch dem schönsten Thema der Welt zu widmen.
Die Gestaltung des Buches ist übrigens mal wieder „typisch“ Knaur, man kann den Roman also gleich neben die anderen ins Regal stellen und stolz auf das einheitliche Erscheinungsbild blicken.

Wer Historienschmöker mag, wird an „Das Heiligenspiel“ seine Freude haben, etwas allzu Innovatives darf man allerdings nicht erwarten. Fundiert recherchiert und auf einer wahren Begebenheit fußend, gibt das Buch einen guten Eindruck in Annas Leben und das Leben im Mittelalter. Leider werden aber durch die Liebesgeschichte zwischen Anton und Anna wieder einmal die genretypischen Klischees bedient.

„Das Heiligenspiel“ ist eine kurzweilige Unterhaltung für alle Historikfans, die sich trotz einiger Längen schnell runterlesen lässt.



3 von 5 Punkten

 

 

Wir danken dem Droemer/Knaur Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

 

 

Comments

B
i
u
Quote
Code
List
List item
URL
Name *
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Submit Comment