Donnerstag, den 01. April 2010 um 09:01 Uhr

Knaur Tb.
Taschenbuch, 672 Seiten
ISBN: 3-426-50230-5
9,95 €
Ein kurzer Einblick
Andalusien im 15. Jahrhundert:
Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt …
Unsere Bewertung
Zu einer bewegten Zeit spielt Lea Kortes Roman „Die Maurin“ - Andalusien war im 15. Jahrhundert ein heiß umgekämpftes Gebiet, zwischen Mauren und Christen herrschte Krieg. Und mittendrin ist Zahra, eine junge Maurin, die entgegen des Frauenbildes ihrer Zeit viel wagt.
Die Geschichte Zahras ist breit angelegt und trotz dass man „nur“ ein Buch von nicht mal siebenhundert Seiten in Händen hält, hat man oftmals den Eindruck, ein Epos zu erleben. Vor dem Leser breitet sich eine faszinierende Welt wie aus 1001 Nacht aus und man kann nicht genug davon bekommen, selbst wenn sich in die friedliche Welt der jungen Zahra die Schrecken des Krieges mischen. Diese Schrecken werden besonders gegen Ende hin etwas verwirrend, bei den ganzen Allianzen und Verträgen verlangt das Buch dem Leser einiges an Aufmerksamkeit ab und da man ja wissen möchte, wie es mit Zahra weitergeht, verliert man hier leicht den Überblick.
Genauso bewegt wie die Epoche, zu der „Die Maurin“ spielt, ist der Roman selbst, ständig ist etwas los und zunehmend gewinnen historische Ereignisse an Bedeutung, die dann angenehm mit der Fiktion verwoben werden. Anfangs reihen sich noch kleinere Episoden aneinander, später erst wird die Geschichte zu einem großen Ganzen.
Der große Pluspunkt des Buches sind seine Charaktere; sowohl die historischen als auch die fiktiven sind gelungen und wachsen leicht ans Herz. Lea Korte gelingt es, einem Namen Leben einzuhauchen und einer historischen Figur eine Persönlichkeit zu verleihen, als wenn sie noch erlebbar gewesen wäre. Dies wird auch durch die Sprechweise, der Charaktere möglich, die nicht gezwungen „auf alt“ gemacht wird, sondern sich der heutigen Sprechweise anpasst.
Im letzten Drittel des Buches kommt es leider zu einem stilistischen Bruch, man findet vermehrt Druckfehler, die zwar nicht übermäßig häufig auftreten, dem aufmerksamen Leser jedoch nicht entgehen.
Zusätzlichen „Service“ gibt es mit einem Glossar, einer Aufzählung der Dramatis Personae, einer Zeittafel und Stammbäumen. Im Glossar werden jedoch nicht immer alle arabischen Begriffe erklärt, was das Lesevergnügen nicht sehr schmälert, aber trotzdem wünschenswert gewesen wäre. Ebenso eine Karte, um den Überblick über das Hin und Her der Mauren und Spanier zu behalten.
Zum Abschluss noch ein Lob an den Verlag – Knaur Taschenbuch ist es wieder einmal gelungen, ein robustes, gut verarbeitetes Taschenbuch herauszugeben, das auch nach mehrmaligem Transport in der Tasche wenig Gebrauchsspuren hat. Lediglich dem Golddruck auf dem Cover sieht man die Lesestunden an – da bekommt man was für sein Geld!
Insgesamt als eine Empfehlung: Die Maurin“ ist ein wunderbarer Schmöker, den man jedem Historikfan nur ans Herz legen kann!
4 von 5 Punkten




Wir danken Droemer/Knaur für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.




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