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Knaur Tb
Taschenbuch, 480 Seiten
ISBN: 3-426-63386-8
8,95 €

 

Ein kurzer Einblick

Spanien im 17. Jahrhundert: Die 15jährige baskische Adlige Catalina de Erauso wird von ihren Eltern ins Kloster gesteckt, doch kurz vor der Weihe gelingt ihr die Flucht in die Freiheit. Schnell merkt Catalina, dass sie in der Welt als Frau nicht überleben kann. Sie verkleidet sich als Mann - ein unverzeihlicher Frevel im Zeitalter der Inquisition - und lässt sich ein auf ein Leben voller Gefahren, das sie bis nach Südamerika führt. Sie sucht dort ihren Geliebten, der von ihrer wahren Identität selbst dann noch nichts ahnt, als sie Seite an Seite mit ihm in der königlichen Armee kämpft …


Unsere Bewertung

Catalina de Erausos Leben ist beinahe unerhört. In einer Zeit, in der Frauen keine Möglichkeiten hatten, selbstbestimmt zu leben, hat sie sich als Mann verkleidet von Spanien bis nach Südamerika durchgeschlagen. Fiktiv ist da wohl nur der Grund für ihre Reise, Mikel, in den sie sich verliebt hat. Auf diesen trifft sie auch immer wieder, genauso auf mehrere gute Seelen, die ihr helfen, wie beispielsweise dem Chinesen Tao Te Chen auf einem Schiff. Gegen Ende hin wird es kriegerisch, als Catalina Soldat wird und mehrfach dem Tod begegnet und Schicksalsschläge erleidet.
Die aufregende Geschichte ist – wie bei so manchem historischen Roman – mit einer Liebesgeschichte verwoben, wenn diese hier auch sehr einseitig ist, weiß Catalinas Angebeteter doch nichts von Catalinas wahrer Identität. Die Suche nach Mikel ist im Buch der Grund für Catalinas Reisen und auch wenn sie nicht so aufdringlich ist wie manch andere, wäre diese Liebesgeschichte fast nicht nötig gewesen. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, was der eigentliche Grund für Catalinas Reisen war! Denn auch wenn Catalina ja aus dem Kloster flieht - bis nach Südamerika hätte sie ja nicht unbedingt fahren müssen, um ihrem Schicksal zu entgehen.
Das Ende ist dann auch wie aus einem Hollywood-Film entsprungen und bedient sich einiger Floskeln, die man nicht ganz ernst nehmen kann, zum Beispiel, dass Mikel von Anfang an in Catalina verliebt war – hier wird zu sehr vereinfacht. Besonders durch die Tatsache, dass Catalina de Erauso eben keine fiktive Person ist, wird die Liebesgeschichte doppelt unglaubwürdig. Eine Frau, die im 17. Jahrhundert als Mann verkleidet bis nach Südamerika reiste und vom Papst die Erlaubnis erhielt, Männerkleidung zu tragen, wäre sicherlich keinem Mann hinterhergelaufen. Auch wenn Catalina sich immer wieder damit abfindet, wenn Mikel sie zum erneuten Mal verlässt.

Die Charaktere, die Catalina episodenweise begleiten, sind angenehm gezeichnet, aber leider sind sie immer zu schnell wieder verschwunden. Sie wachen über Catalina, passen auf, dass niemand ihr Geheimnis entdeckt und helfen ihr aus scheinbar verfahrenen Situationen hinaus. Hierauf hätte man eher den Fokus legen können, denn diese Episoden sind glaubwürdiger.

Lea Kortes Erstling ist ein netter Schmöker, in dem sich Episode an Episode reiht und der mit einer historisch belegten Protagonistin aufwartet. Leider wurde Catalinas Geschichte durch die Liebesgeschichte „massenkompatibel“ verarbeitet und endet etwas kitschig.

 

 

3 von 5 Punkten

 

Wir danken Droemer/Knaur für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

 

Comments

avatar Lea Korte
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Die Frage will ich dir gern beantworten: In Wahrheit ist Catalina ihrem Bruder nachgereist - den sie dann ja auch trifft. Auch im wahren Leben hat es so lange gedauert, und alle Episoden, die sie erlebt, sind von der Basis her wahr ... außer Mikel, ja. Catalina war u.U. eher an Frauen interessiert - aber sicher ist das nicht! Ihre Autobiografie gibt zwar Hinweise darauf, aber wenn man liest, warum sie diese Autobiografie geschrieben hat, können einem an diesem Punkt schon auch wieder Zweifel kommen.
Und wie du schreibst: es war mein historischer Erstling ...
avatar Vanessa Lellig
0
 
 
Hallo, Lea,
danke für deinen Kommentar!
Und trotz des Endes habe ich das Buch gerne gelesen. Ich freue mich auf weiteres von dir!
Viele Grüße,
Vanessa
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