Dienstag, den 06. Juli 2010 um 08:26 Uhr

Blanvalet
Taschenbuch, 420 Seiten
ISBN: 978-3442371525
8,95 €
Ein kurzer Einblick
Während sich eine normannische Streitmacht sammelt, um nach Rom zu ziehen und dort Papst Gregor VII. zu befreien, befindet sich Ima von Lindisfarne mit einer kleinen Pilgergruppe auf dem Weg nach Santiago.
Sie möchte dort für ihren verstorbenen Verlobten beten, doch kommt bald von ihrem Weg ab. Sie folgt dem kleinen Bruder ihres Verlobten bis nach Italien, da dieser sich in den Kopf gesetzt hat, Ritter zu werden. Auf ihrem Weg trifft sie sehr bald auch einen Mann, der ihr den Kopf verdrehen wird…
Unsere Bewertung
Normalerweise schreibe ich im „kurzen Einblick“, was so auf dem Buchrücken steht. Diesmal geht das ganz und gar nicht, denn der Verlag Blanvalet hat leider schon auf dem Umschlagtext den Großteil des Plots wiedergegeben. Ich finde das immer wieder sehr ärgerlich. Natürlich möchte ich schon einen ersten Eindruck vom Buch bekommen, aber das geht leider gar nicht!
Das gleich mal als negative Kritik zum Anfang, die natürlich nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat, aber eben trotzdem eine wichtige Bedeutung für die Leserschaft hat, finde ich.
Nun zum Buch: Ima, die Protagonistin des Buches, ist mir gleich sehr ans Herz gewachsen. In einer Zeit, in der Frauen nicht viel zu lachen hatten, geht sie entgegen aller Schwierigkeiten ihren Weg und bleibt durch ihren authentisch gezeichneten Charakter sicherlich noch lange in Erinnerung. Allein ihretwegen freue ich mich, bald die Fortsetzung „Die Totenfrau des Herzogs“ zu lesen.
Mich hat es sehr fasziniert zu lesen, wie wichtig die Frauen als Heilerinnen waren und gegen welche Widerstände sie zu kämpfen hatten. Zudem habe ich noch nie einen historischen Roman über die Zeit Gregors VII. in der Hand gehalten. Öfter mal was Neues.
Die Geschichte des Romans ist voller Wendungen – teils vorhersehbar, teils unvorhersehbar – die ich jetzt hier gar nicht zu genau beschreiben möchte.
Wie in so vielen historischen Romanen findet sich auch hier wieder eine Liebesgeschichte. Trotzdem finde ich, dass sie nicht zu sehr in den Vordergrund rückt, sondern genug Raum für Ima und die anderen Faccetten ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit lässt, sie nicht auf das Verliebtsein reduziert.
Zum Schluss hätte ich mir dann gewünscht, doch noch zu lesen, was aus den anderen Pilgern geworden ist. Aber irgendwie ist das Fehlen dieser Informationen auch irgendwie logisch, da Ima das schließlich auch nicht erfährt.
Ein Teil Liebe, ein Teil Geschichte und ein Teil Schilderung vom Leben im Heer um von den Grausamkeiten des Krieges.
Eine leicht zu lesende, aber durchaus spannende und historisch interessante Lektüre – wirklich zu empfehlen!
4 von 5 Punkten







