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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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  • 15.05., 00.50 Uhr, 3 SAT: „Die Bartholomäusnacht“ (Alexandre Dumas d.Ä.)
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  • 16.05., 22.25 Uhr, Kabel eins: „Rob Roy“ (Walter Scott)
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  • 17.05., 22.40 Uhr, VOX: „Im Sumpf des Verbrechens“ (John Katzenbach)
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Knaur
Hardcover, 720 Seiten
ISBN: 978-3-426-66242-7
19,95 €




Ein kurzer Einblick

Mehr als zwölf Jahre sind vergangen, seit Marie ihre letzten Abenteuer bestehen musste. Glücklich und zufrieden lebt sie mit ihrem Mann auf Burg Kibitzstein – bis ihr Gönner, der Würzburger Fürstbischof, stirbt: Seinem Nachfolger sind die beiden ein Dorn im Auge.



Unsere Bewertung

Ein Wort beschreibt Iny Lorentz' Bücher mehr als passend: Klischee. Jedes Mal geht es um eine junge Frau, die für das Mittelalter sehr emanzipiert ist und die sich gegen die Welt stellt.
Die erste Szene des Romans widmet sich erst einmal ausführlich der Entjungferung Trudis – natürlich vor der Ehe und natürlich bringt sie das in Schwierigkeiten. Trotzdem tut sie es, weil sie dem Charme des „Junkers“ erliegt. Ja, genau, des Junkers, denn Iny Lorentz legt Wert auf eine angemessene (pseudo)authentische Sprache. Deswegen wird Trudi auch nicht als junge Frau oder Mädchen bezeichnet, sondern als „Jungfer“ (die sie nach wenigen Seiten sowieso nicht mehr ist).
Da fällt es umso mehr ins Gewicht, dass sie an einer Stelle wieder „Mädchen“ genannt wird – da ist der Autorin wohl der moderne Gaul durchgegangen ... Um es kurz zu machen: Die Sprache ist nicht authentisch, sondern geht einem viel mehr auf die Nerven. Genauso geht einem der Hauptcharakter auf die Nerven, die verhätschelte Trudi, die man am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand schlagen möchte angesichts ihrer – Verzeihung – Blödheit und Naivität.
Die Geschichte wird so aufgelöst wie die meisten Romane der Autorin: Die vorlaute, freche Frau findet einen Mann, der sie so liebt wie sie ist. Dass die meisten Männer im Mittelalter wahrscheinlich schreiend vor so einer Frau weggelaufen oder sie erst einmal durchgeprügelt hätten, hätte sie so mit ihnen geredet wie Trudi es tut, lasse man hier bitte außer Acht. Lorentz' Romane könnten, spielten sie nicht in vergangenen Zeiten, genauso gut in der Abteilung „Freche Frauen“ stehen ...

Nach so vielen gleich aufgebauten Romanen sollte man dem Leser wirklich mal etwas Neues bieten und den Mut haben, etwas zu wagen. Natürlich fährt man mit der Masche „Selbstbewusste Frau bietet bösen Männern die Stirn und findet schließlich Liebe ihres Lebens“ sehr gut und erfolgreich, aber irgendwann wird es platt. Das einzige, was das Buch noch gut macht, ist der wirklich sehr faire Preis von 19,95 € für 720 Seiten.

Da schauen wir gespannt auf den neuen Roman des bayrischen Autorenpaars, Dezembersturm, das in den 1870er Jahren spielen und im Oktober dieses Jahres erscheinen soll.



1 von 5 Punkten

 

 

Wir danken Droemer Knaur für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.