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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Droemer
Hardcover, 576 Seiten
ISBN: 3-426-19657-3
22,90 €
inzwischen als Taschenbuch erhältlich




Ein kurzer Einblick

Konstantinopel, 1909. In der verborgenen Welt des Harems träumen Fatima und Eliza von ihrer Zukunft. Während die eine alles daransetzt, zur Favoritin des Sultans aufzusteigen, sehnt sich die andere nach einem Leben jenseits der Palastmauern, nach Liebe und Freiheit. Dann aber zerbricht das Osmanische Reich – und außerhalb des Serails wartet auf die Freundinnen eine Welt, in der ihre Träume zu Alpträumen werden ...


Unsere Bewertung

Es dauert lange, bis man sich mit den Charakteren in „Der letzte Harem“ anfreundet und mit ihnen fühlen kann; erst als das Unglück über die Freundinnen Eliza und Fatima hereinbricht und sie getrennt werden, werden sie zu individuellen Charakteren.
Das Grauen, das Peter Prange in diesem Roman beschreibt, nämlich den Völkermord an den Armeniern, verleiht der Geschichte eine traurige Besonderheit. Auch wenn das Schicksal Elizas und Fatimas zunächst einen klischeehaften Beigeschmack hat (zwei Frauen auf der Suche nach der Liebe, man kennt das ja ...), wandelt sich die Geschichte in eine ernsthafte Beschreibung zahlreicher Grausamkeiten. Die Täter morden, vergewaltigen und rauben und einer von ihnen ist auch noch jemand, von dem man es zunächst nicht gedacht hätte. Mittendrin ist Eliza, die Armenierin, die einmal im Harem eine Favoritin des Sultans war und nun um ihr Leben bangen muss. Der Genozid wertet das Buch auf (so schrecklich sich das auch anhört), denn es verleiht der Geschichte eine Glaubhaftigkeit, die es ansonsten nicht gehabt hätte. Prange beschreibt sehr bildhaft die Schrecken, die Eliza erlebt, noch bildhafter sogar als das Leben im Harem.
Trotzdem bleibt das 0815-Muster bestehen, es geht mal wieder um Frauen, die ihren Weg gehen, den Kitsch kann man bei historischen Romanen wohl nicht mehr lassen. Das Ende ist geradezu unerträglich kitschig ...

Insgesamt ist „Der letzte Harem“ eine gute, solide Unterhaltung, wirkt aber nicht sehr lange nach – trotz der bildhaften Beschreibungen. Für 22,90 € wohl auch etwas teuer, aber inzwischen ist ja auch die Taschenbuchausgabe erschienen.

 

2,5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken Droemer Knaur für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.