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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Knaur Tb
Taschenbuch, 464 Seiten
ISBN: 3-426-63533-X
8,95 €




Ein kurzer Einblick

Berenguela, Prinzessin von Navarra, ist 25 Jahre alt, als sie erfährt, dass sie den englischen König Richard I. heiraten soll. Große Freude ruft diese Nachricht bei ihr nicht hervor, denn eigentlich hat sie nur einen Traum: Sie möchte als Ärztin kranken Menschen helfen. Doch das Schicksal will es anders und führt sie als Gattin des Königs bis ins Heilige Land. Ganz allmählich kommen sich die so unterschiedlichen Eheleute näher …



Unsere Bewertung

Richard I. Löwenherz ist eine der faszinierenderen Gestalten der Geschichte, man hat so seine Vorstellungen von ihm, meist geprägt durch diverse Hollywoodfilme über Robin Hood, in denen er als netter Onkel auftritt.
Als Schürzenjäger, den seine eigene zukünftige Frau jedoch abblitzen lässt, sieht man ihn selten. Berenguela, die ihn heiraten soll, ist in diesem Roman die starke Frau hinter dem starken Mann, auch wenn sie dies anfangs nicht sein will – schließlich träumt sie von einer „Karriere“ als Ärztin, will in Salerno studieren und ein eigenes Hospital leiten. Das macht sie sehr sympathisch, aber trotzdem bleibt sie auch natürlich und nicht zu emanzipiert, sie ist einfach eine starke Frau ihrer Zeit und keine moderne Frau, die ins Mittelalter verpflanzt wurde.
Bis Richard seine große Liebe jedoch so kennen lernt wie der Leser, dauert es eine ganze Weile (man ist bereits über Seite 100 hinaus) und auch mit den Kapiteln an sich tut sich die Autorin etwas schwer. Jedes Mal eine geographische Einführung („die See, der Wald, die Wiese“), statt an das vorangehende Kapitel direkt anzuknüpfen. Das ist etwas mühselig beim Lesen, denn Stimmung muss man doch nicht alle paar Seiten auf solche Weise aufbauen ...
Auch die kleine Zwischenepisode mit dem Verrückten, der Tiere tötet und von dem wir nicht verraten wollen, um wen es sich handelt, ist nicht sehr schlüssig – man hätte sie genauso gut streichen können ...

Etwas, das sich bei mir inzwischen schon zu einem regelrechten Tick ausgeweitet hat, wird hier nicht befriedigt, nämlich die Spürnase, die sich bei jeder noch so kleinen sexuellen Regung rümpft. Leider sind sehr viele historische Romane voll von Sexszenen, mal mehr, mal weniger heftig, mal mehr, mal weniger kitschig. Nichts gegen das eine oder andere Fünkchen, aber wird man als Leser davon überflutet, reicht es irgendwann auch einmal – sonst kann man ja gleich zu einschlägigen Romanen greifen ...  In diesen Dingen kommt „Der Löwe und die Königin“ hingegen angenehm ruhig daher. Richard und Berenguela lernen sich erst recht spät kennen, nach gut einem Viertel, und eine Annäherung findet wiederum später statt. Da Berenguela Richards Charme auch nicht sofort erliegt, macht es das noch interessanter. Schließlich jedoch muss auch sie aufgeben und dann wird es zwischenzeitlich etwas kitschig; trotzdem hat man immer das Gefühl, dass man es hier mit einer liebenden und nicht mit einer kopflos begehrenden Frau zu tun hat.

„Der Löwe und die Königin“ ist eine nette Unterhaltung, wird gegen Ende aber etwas zäh und auch anfangs lässt die Autorin den Leser lange zappeln bis sich Berenguela und Richard endlich kennen lernen.



2,5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken Droemer Knaur für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.