Mittwoch, den 02. November 2011 um 13:59 Uhr

Lübbe Audio
12 CDs, 913 Min.
Lesung
ISBN: 978-3-7857-4567-0
29,99 €
Ein kurzer Einblick
London 1529: Nach dem Tod seines Vaters erbt der vierzehnjährige Nick of Waringham eine heruntergewirtschaftete Baronie – und den unversöhnlichen Groll des Königs Henry VIII. Dieser will sich von der katholischen Kirche lossagen, um sich von der Königin scheiden zu lassen. Bald sind die „Papisten“, unter ihnen auch Henrys Tochter Mary, ihres Lebens nicht mehr sicher. Doch in den Wirren der Reformation setzen die Engländer ihre Hoffnungen auf Mary, und Nick schmiedet einen waghalsigen Plan, um die Prinzessin vor ihrem größten Feind zu beschützen: ihrem eigenen Vater.
Bewertung
Seitdem ich die Serie "Die Tudors" verfolgt habe, finde ich die Zeit um Heinrich VIII. spannend. Die Renaissance und gerade Henrys Herrschaft in England bietet viel Stoff für spannende Geschichten und glücklicherweise hat sich nun auch Rebecca Gablé an dieser herangewagt.
Gablé hat mit "Der dunkle Thron" den vierten Band um die Familie der Warringhams geschrieben und folgt damit dem Wunsch vieler Leserinnen und Leser, denn eigentlich sollte es bei einer Trilogie bleiben. Nach Genuss dieses Werks kann man jedoch sagen: Noch ein weiteres Werk zu schreiben, war die beste Entscheidung!
Gablé deckt in ihrem Roman alle wichtigen Fakten der Zeit ab. Der selbstsüchtige König Henry und seine selbstsüchtigen Eheschließeungen, Scheidungen und Verurteilungen, sowie das Aufleben des Protestantismus in England bieten den Rahmen für die Geschichte. Hauptfigur ist dann Nicolas of Warringham, ein sehr mutiger Junge, der zu einem prinzipientreuen Mann heranwächst. Er steht Henrys erster Tochter Mary zur Seite und beschützt sie. Die beiden freunden sich mit den Jahren an und stehen sich sehr nahe. Man bekommt einen Einblick in Marys Charakter, der natürlich keinen Anspruch auf Historizität stellt. Sie ist streng religiös, was auch so überliefert ist, und ist trotz aller zeitweiser Verzweiflung eine wirklich starke Frau. Sie wirkt sehr sympathisch und ihre Figur macht einen großen Reiz der Geschichte aus.
Nicks Abenteuer sind natürlich rein fiktiv, aber fügen sich gut in den historischen Rahmen ein. Nick muss nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters dessen Gut betreuen. Er lebt dort mit seiner verhassten Stiefmutter, deren schrecklicher Tochter und dem kleinen Halbbruder, den Nick sehr liebt. Neben den Problemen mit Familie und Baronie, will er seinen Vater rächen und muss Prinzessin Mary beschützen. Dafür begibt er sich in große Gefahr und geht schließlich sogar eine Ehe ein, die er nicht haben will.
Die Begegnungen am Hof wirken nicht künstlich herbeigeführt und könnten sich theoretisch genauso dargestellt haben. Gablés Werk ist einfach wie immer sehr detailreich und realistisch. Die Geschichte ist in sich rund und abgeschlossen und macht Lust, mehr über die Zeit, in der sie spielt, zu lesen. Man bekommt Einblick in die soziale Situation der Zeit und die Wandlungen der Religion und Philosophie.
Manchmal meint man, man steht wirklich auf einer überfüllten Straße im London des 16. Jahrhundert und hört die Kanonenschüsse, die wieder mal eine der vielen Hinrichtungen König Henrys VIII. verkünden.
Fazit
Gablé-typischer Historienroman in altbekannter Manier von Detlef Bierstedt gelesen. Absolut fesselnd und empfehlenswert - nicht nur für Tudor-Fans!
5 von 5 Punkten





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