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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Randomhouse Audio
8 Audio-CDs, Laufzeit: ca. 560 Minuten
gekürzte Lesung
ISBN: 978-3-8371-0959-7
24,99 €




Ein kurzer Einblick

Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag mit aller Kraft zu ignorieren. Doch als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen: Hexen, Dämonen und Vampire heften sich an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken – wenn nötig mit Gewalt. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, 1500 Jahre alter Vampir – und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben … (Verlagstext)


Bewertung

Sich kurz zu fassen ist sicherlich nicht Deborah Harkness' Stärke. In epischer Breite erzählt sie die Geschichte von Historikerin Diana und Vampir Matthew. Was auf den ersten Blick aber nach einer kitschigen Vampirstory klingt, ist auf den zweiten Blick viel mehr, denn Diana ist eine Hexe und ihre Liebe zu Matthew erfüllt sich nicht so leicht und auch nicht halb so kitschig-romantisch wie man meinen (oder befürchten?) mag. „Twilight“-Fans (die vielleicht aufgrund des Klappentextes in Versuchung geraten, das Buch zu lesen) werden hier auch nicht unbedingt ihre Freude haben und sollten von dem Buch lieber die Finger lassen. In „Die Seelen der Nacht“ haben wir es mit reifen, erwachsenen Charakteren zu tun, die sich zwar durchaus mal gegen ihre Gefühle wehren, dies aber nicht zu ihrer Lebensaufgabe erheben. Sympathisch sind die Charaktere sowieso, besonders Diana, die Hexe wider Willen sticht hier immer wieder hervor, aber auch ihre Tanten und die „Mutter“ Matthews sind Charaktere, in die man sich hineinversetzen kann.

Von Anne Rice hat sich Deborah Harkness wohl den Detailreichtum abgeschaut, doch das hätte sie besser gelassen … Liest es sich bei Anne Rice noch schwülstig und angenehm episch, ist es bei Harkness einfach nur in die Länge gezogen. Wie gesagt: sich kurz zu fassen ist nicht ihre Stärke … Und dabei ist das Hörbuch schon gekürzt – die Buchausgabe wird da sicherlich um einiges anstrengender sein. Das ungekürzte Hörbuch kann man übrigens als Download erhalten, doch man sollte vorher warnen, denn diese Lesung dauert immerhin fast achtundzwanzig Stunden! Die Kürzungen von über achtzehn Stunden fallen beim Hören des „normalen“ Hörbuchs aber in keinster Weise nicht auf, was ganz schön für den Verlag spricht und leider auch gegen die Autorin, deren Manuskript es einiger Kürzungen bedurft hätte. Allgemein sind die Verhältnisse im Handlungsverlauf jedoch nicht gut aufeinander abgestimmt. Ist der Aufenthalt Dianas auf dem Anwesen von Matthew ewig in die Länge gezogen, ohne dass sich die Handlung voranbewegt, steht man am Ende plötzlich vor vollendeten Tatsachen und sieht sich einem Cliffhanger gegenüber, der radikaler nicht sein könnte. Hier ist an manchen Stellen vielleicht noch nicht genug und an anderen zu viel gekürzt worden. Der Klappentext gaukelt wesentlich mehr „Action“ vor als dann wirklich stattfindet. Doch das kann auch eine gewisse Taktik verraten, denn statt auszuschalten hört man immer weiter, immerhin könnte da ja noch etwas kommen. Je mehr sich die Handlung aber ihrem Ende nähert, desto enttäuschter ist man am Ende, dass so wenig passiert ist – man wird auf den zweiten Band vertröstet, was immer schade ist, wenn man vorher nicht weiß, dass es einen geben soll/wird.

Dana Geissler liest die Geschichte mal wieder exzellent, man kann ihr ohne Probleme die über neun Stunden zuhören, ohne jemals genervt von ihrer Stimme zu sein oder – noch schlimmer – dass ihre Stimme untergeht.


Fazit

„Die Seelen der Nacht“ ist ein wilder Mix aus „Twilight“, Anne Rice's Hexentrilogie und der Wächter-Reihe von Sergej Lukianenko – wenn auch vielleicht nicht bewusst so gewollt. Leider weitet Deborah Harkness die Geschichte unnötig breit aus, was dem Hörbuch einiges wegnimmt, was ansonsten gelungen wäre. Das Hörbuch schreit nach einer Fortsetzung, die allerdings erst im nächsten Sommer auf Englisch erscheinen wird. Deutsche Hörer (und Leser) müssen sich also noch etwas gedulden.



3 von 5 Punkten




Wir danken Randomhouse Audio für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.