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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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  • 15.05., 00.50 Uhr, 3 SAT: „Die Bartholomäusnacht“ (Alexandre Dumas d.Ä.)
  • 16.05., 22.00 Uhr, SWR: „Tanz auf dem Regenbogen“ (Utta Danella)
  • 16.05., 22.25 Uhr, Kabel eins: „Rob Roy“ (Walter Scott)
  • 17.05., 20.15 Uhr, Das Erste: „Sherlock: Ein Skandal in Belgravia“ (1/3) (Arthur Conan Doyle)
  • 17.05., 20.15 Uhr, SAT 1: „Alice im Wunderland“ (Lewis Carroll)
  • 17.05., 22.40 Uhr, VOX: „Im Sumpf des Verbrechens“ (John Katzenbach)
  • 17.05., 00.15 Uhr, SAT 1: „Das geheime Fenster“ (Stephen King)
  • 18.05., 20.15 Uhr, RTL II: „Die Bourne Identität“ (Robert Ludlum)

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Diogenes
6 CD, 7 Std. 29 Min.
ISBN: 978-3-257-80301-3
31,90 €



Ein kurzer Einblick

Die Brasilianerin Maria bekommt die große Chance, nach Europa zu kommen und dort zu leben. Ein Mann will sie zu einem großen Sambastar machen, doch das Leben meint es nicht so gut mit ihr wie es zunächst scheint …

Bewertung

Es ist keine ungewöhnliche Geschichte: Maria, geboren und wohnhaft in einem kleinen brasilianischen Dorf, macht Urlaub in Rio de Janeiro und wird von einem Europäer „entdeckt“. Denkt man jedoch zunächst an die große Modellkarriere, ist es bei Maria die Tanzkarriere. Der Europäer will sie als Tänzerin für einen Club in der Schweiz. Dort arbeitet sie dann bald darauf auch, doch die Wege des Lebens führen sie woanders hin, in die Arme eines Arabers, der ihr für eine gemeinsame Nacht tausend Franken bezahlt. Maria, die eigentlich eine hoch anständige junge Frau ist und insgeheim entsetzt, findet dennoch Gefallen daran, so schnell und so einfach so viel Geld zu verdienen – und landet bei der Prostitution. Coelho gelingt der Blick in eine Welt, mit der man sonst nicht solch alltäglichen Kontakt hat. Der Weg Marias in die Prostitution ist auch nicht so klischeehaft wie man durch ihre Vorgeschichte meinen mag: Im Klappentext steht, dass sie gezwungen ist, sich als „Sexarbeiterin“ durchzuschlagen, allerdings tut sie dies bei aller wirtschaftlichen Not auch einigermaßen freiwillig, weil sie das große Geld wittert und weil sie Sex nicht abgeneigt ist. Sie hat zwar so ihre Sorgen mit ihrer eigenen Sexualität, aber bald hat sie eine Stammkundschaft.
Natürlich geht es in „Elf Minuten“ vor allem um jene elf Minuten, die ein Paar – laut Marias Erfahrungen – für den Geschlechtsakt braucht. Damit muss man rechnen, wenn man die erste CD in den Player legt. Es wird aber (fast) nie detailliert, vor allem die „normalen“ Freier werden nur in der Vertikalen und nicht in der Horizontalen beschrieben. Die Ausnahme bildet ein Engländer und Ralf, zwei spezielle Freier. Mit Ralf verbindet Maria bald eine besondere Beziehung, die sich aber nicht in Sex ergeht, sondern in tantraähnlichen pseudoesoterischen Sitzungen, die viel zu übertrieben sind und einem schnell auf die Nerven gehen. Das Ende ergeht sich zudem in einem beinahe unerträglichen Kitsch, der nicht zum Rest der Geschichte passt und derer auch irgendwie unwürdig ist – das hätte Coelho sich wirklich sparen und somit die Höchstwertung bekommen können ...
Gelesen wird das Hörbuch von Markus Hoffmann, Marias Tagebucheinträge liest Nadja Schulz-Berlinghoff. Beide Sprecher machen dies souverän, durch den unregelmäßigen Wechsel der Stimmen erhält das Hörbuch zusätzliche Authentizität und gewinnt an Lebendigkeit.


Fazit

„Elf Minuten“ hätte um so viel besser sein können, wenn dieses schrecklich schnulzige Ende und die allzu esoterisch-spirituellen Sexszenen zwischen Ralf und Maria nicht wären. Sowohl Autor als auch den beiden Sprechern gelingt es, den Hörer für das Thema Prostitution zu interessieren, da hätte es dieses Kitsches nicht gedurft!


3,5 von 5 Punkten




Wir danken Diogenes für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.