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Argon Verlag
3 CDs, 227 Min.
ISBN: 978-3-86610-566-9
19,95 €




Ein kurzer Einblick

Langweilig war es in Lale Akgüns Familie nie. Dafür sorgten schon die unterschiedlichen Familienmitglieder: der Vater ein lebenslustiger und klassenkämpferischer Zahnarzt, die Mutter eine vornehme und schlagfertige Kemalistin und die Tante Mekkapilgerin und Liebhaberin des deutschen Leberkäses. Mit feinem Humor und großer Wärme erzählt Lale Akgün Geschichten von ihrer herrlich verrückten Familie zwischen Bosporus und Rhein – und von Türken und Deutschen, die so unterschiedlich und doch auch wieder so gleich sind.


Unsere Bewertung

Sicherlich ist „Tante Semra im Leberkäseland“ eine Modeerscheinung. Nach Jan Weilers „Maria, ihm schmeckt's nicht“ sprießen derlei Romane wie Pilze aus dem Waldboden. Aber das muss ja nichts schlechtes bedeuten ... Und das tut es bei Lale Akgüns Erinnerungen auch nicht!
Um eines vorwegzunehmen: Ihre Familie ist nicht die typische Gastarbeiterfamilie, die man sich bei türkischen Einwanderern vielleicht vorstellen mag. Der Vater Zahnarzt, die Mutter studierte Mathematikerin, da wird die Integration einfacher gefallen sein als wenn man zusätzlich um seine Existenz bangen muss. Aber das soll keine Kritik sein, auch wenn Akgüns Vater kein Arzt gewesen wäre und die Mutter keine Akademikerin, wäre diese Familie zum Knutschen. Wie im Klappentext geschrieben, erzählt Lale Akgün voller Wärme und Liebe von ihrer Familie, vor allem von ihrer schrulligen Tante Semra, die unglaublich gerne Leberkäse isst (obwohl der ja aus Schwein besteht und sie das besonders als Mekkapilgerin nicht essen dürfte).
Gegen Ende flacht die Geschichte etwas ab, es wäre schön gewesen, wenn noch etwas mehr von dem Ehemann erzählt worden wäre, schließlich ist der erst als Erwachsener nach Deutschland gekommen – das wäre besonders interessant gewesen.

Also eine tolle Unterhaltung für die Ohren!

 

4 von 5 Punkten

 

 

Wir danken dem Argon Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

 

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