Freitag, den 04. Dezember 2009 um 22:51 Uhr

Argon Verlag
6 CDs in Brillantbox, 473 Min.
ISBN: 978-3-86610-856-1
12,95 €
Ein kurzer Einblick
Es trifft Frauen und Männer, Arme und Reiche: wer der Hexerei bezichtigt wird, stirbt in den Flammen. Es ist ein Ringen um Gut und Böse, aber auch ein Kampf um die Macht, denn der Fürstbischof von Bamberg will besonders die freien Bürger der Stadt in ihre Schranken weisen. Mit der jungen Apothekertochter Johanna schauen wir in eine Welt, in der der Hexenglaube Wirklichkeit ist.
Unsere Bewertung
Möchte man sich das Hörbuch von „Die Seelen im Feuer“ anhören, sollte man zunächst vorgewarnt werden, denn eine nette Geschichte wird man nicht zu hören bekommen. Sabine Weigand schildert im Detail die Hexenverbrennungen, die dazu führten, dass eine Stadt beinahe entvölkert wurde. Einem Experten auf diesem Gebiet wird sicher auffallen, inwieweit hier historische Fakten verwebt wurden, einem Laien wird vor allem das Gefühl vermittelt, hier nicht historischen Ammenmärchen ausgesetzt zu sein bzw. dass mit eben jenen Fakten kein Schindluder betrieben wird. Im Buch findet sich ein Nachwort mit Erklärungen zu diesem Aspekt, im Hörbuch fehlt dieses leider – schade, denn auch in einem Booklet hätte man einiges nennen können.
Die Geschichte der Apothekertochter Johanna unterscheidet sich ein wenig von der, die man sonst so im Genre geliefert bekommt; zwar ist sie eine starke Frau, aber das sonstige romantische Getue fällt weg, alles ist realistisch und nicht mit Sexszenen überladen. Genauso die Geschehnisse der Verbrennungen: Wie im Klappentext beschrieben, trifft es jeden, nicht nur das klassische Bild, nämlich eine Frau, die ein bisschen zu oft einen Kräutertee gemischt hat, sondern auch Männer. Zeitweilig neigt man als moderner Mensch dazu, den Kopf über solch einen Aberglauben zu schütteln, über diese Skrupellosigkeit, mit der man die Menschen in die Flammen geworfen hat – einfach auch, um Ordnung zu halten. Durch Folter werden die Geständnisse erzwungen und man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass alles nur ein Vorwand ist, dass dort niemand wirklich an Hexerei glaubt, jedenfalls niemand von denen, die auf dem Richterstuhl sitzen.
„Die Seelen im Feuer“ ist anfangs etwas schwerfällig, bis die Geschehnisse ins Rollen kommen und dann geht es Schlag auf Schlag. Birgitta Assheuer hat zudem eine angenehme Stimme, der man gerne zuhört, allerdings muss man den CD-Player etwas lauter aufdrehen, da die Aufnahme sehr leise ist. Das gibt leider Punktabzug. Die Geschichte selbst stimmt nachdenklich und regt zur weiteren Recherche an – besser geht es kaum!
3,5 von 5 Punkten




Wir danken dem Argon Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.




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