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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Heyne
Taschenbuch, 317 Seiten
ISBN:
9783453675278
7,95 €


Ein kurzer Einblick

Untote durchstreifen das nächtliche Manhattan. Von einem mysteriösen Virus dazu gezwungen, menschliches Blut zu trinken, haben mächtige Vampirclans New York unter sich aufgeteilt und führen heftige Konkurrenzkämpfe. Privatdetektiv Joe Pitt legt sich mit der mächtigen Koalition an, die Folgen sind fatal. Es fließt Blut… (Verlagstext)

 

Bewertung

Es gab mal eine Zeit, wo Vampire nicht glitzerten ... es gab eine Zeit, wo ein gewisser "Edward", ein Name gleich einem Synonym für alle mit Füßen getretenen alten Werte der Vampirgeschichte, höchstens für Gelächter gesorgt hätte. Der Protagonist aus "Stadt aus Blut", ein gewisser Vampir namens Joe Pitt, würde höchstwahrscheinlich besagten Edward an die nächste Wand spucken, denn in Charlie Hustons Roman herrschen andere Werte. Willkommen in einer Welt, die wie eine Mischung aus "Sin City", "Blade" und "Buch ohne Namen" anmutet. Mord und Totschlag sind in dieser Welt keine Ausnahmen, sondern blutige Realität. Die Sprachwahl des Romans verdient sich zudem wirklich das Attribut "vulgär". Achja, müßig zu erwähnen, dass in diesem Buch auch keine "himmlische Liebe" gemacht wird voller flatternder Schmetterlinge im Bauch, wenn es an dieses Thema geht, oder? Schockiert? Verwirrt?

Zugegeben, "Stadt aus Blut" wird nicht jedermanns Sache sein, das kann man jetzt schon festhalten. Mr. Huston erschafft einen absoluten Stereotypen als Hauptcharaktere, der um sich herum eigentlich vor allem so gut wie jedem, den er begegnet, eine blutige Nase verpasst und der typische "Antiheld"-"Held" ist. Also eine Art Bad Boy mit dunklem Image, der sich aber irgendwie für die Gerechtigkeit entscheidet, zumindest manchmal. Auch sonst tummeln sich einige Pappaufsteller, aus denen Charaktere geschaffen worden sind, in dem Roman herum - beispielsweise der Leiter der "Society", Terry, der den Part des menschenfreundlichen Vampirs übernimmt. Die "Society" ist übrigens eine Art linker Flügel der Vampirclans, die sich für die Eingliederung der Blutsauger in die Gesellschaft einsetzen, während ein anderer Clan mit dem Titel "Koalition" eher die Fäden im Hintergrund zieht und ihren Machtstatus genießt. Doch nicht nur die Protagonisten, auch die Handlung wirkt manchmal etwas arg aufgesetzt, als wenn Charlie Huston vor allem im Sinn hätte, einen möglichst brutalen und schockierenden Ablauf der Geschehnisse zu schildern. Doch eine Zielgruppe, die knallharte Krimis bevorzugt mit Horrorelementen, dürfte sich in dieser Welt wie zu Hause fühlen.

Mit knapp über 300 Seiten hat das Buch zudem exakt die richtige Länge, um ein Maximum aus Action und teils auch Spannung reinzupacken und den Leser wieder aus diesem Universum heraus zu katapultieren. Wer sich übrigens fragt, ob wir Joe Pitt noch einmal begegnen werden, dem kann man ein beruhigendes Ja zusenden. "Stadt aus Blut" ist der Auftakt einer fünfbändigen Reihe rund um den Vampirdetektiven.

 

Fazit

Knallhart und manchmal vulgär. Für Leser, denen "Twilight" zu weichgespült ist genau richtig!

 

3,5 von 5 Punkten

Wir danken Heyne für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.